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„Soll ich mich etwa für dein Geld prostituieren?“

August 19th, 2020 by

Es war einer dieser endlos langen Arbeitstage im Schichtdienst. Als ich in meinem alten Zuhause die Eingangstüre aufschloss, war niemand zu sehen. Keine Begrüßung. Kein Wie geht es dir? Noch mit den Taschen vom Einkauf in der Hand rief ich ins Dunkel der Wohnung: „Wo sind denn die Kinder?“

„Im Kindergarten. Wo sonst?“ Ich schaute auf die Uhr. Es war kurz vor Kiga-Schluss. Ich ließ alles fallen und sauste los. Im Kindergarten liefen meine Kinder in meine Arme. Die Kindergärtnerin wies mich auf die Uhrzeit hin und dass sie auf Besserung hofft. Schließlich hat auch sie Feierabend. Ich entschuldigte mich.

Wieder zu Hause hätte ich mich gerne erst einmal geduscht. Ich war so müde und wollte gerne den Schmutz der Arbeit von meinem Körper spülen.

„Du wolltest Kinder. Da hast du sie.“

Mit diesen Worten verzog sich meine Narzisse in ihr Zimmer.

Ich spielte mit den Kindern. Ich räumte die Wohnung auf und machte die Wäsche. Ich goss die Blumen im Garten, die auch meine Aufgabe waren, denn schließlich wollte nur ich Blumen. Genauso wie ich auch unbedingt Kinder wollte. Ich machte Abendessen und fragte meine Narzisse, ob sie mitessen möchte. „Nein.“

Ich blödelte beim Essen mit den Kindern meine Traurigkeit aus meinen Augen und die Müdigkeit aus meinen Armen. „Wieso essen wir allein?“ Ich redete uns ein, dass meine Narzisse arbeiten muss.

Ich erfand damit eine plausible Realität

Gute Nacht Geschichte. Noch ein Gutenachtkuss und noch einer und natürlich noch einer. Jedes Mal wenn ich erschöpft auf mein Bett sank und weinen wollte, tauchte ein Kinderkopf in der Tür auf. Ich wischte schnell die Tränen weg und lächelte.

Irgendwann schliefen die Kinder. Die Wäsche wollte aufgehängt werden. Ich klopfte am Zimmer meiner Narzisse am Ende des Flurs und versuchte ein vorsichtiges Hallo. „Was gibt’s?“ kam unwirsch zurück. „Ach nichts.“ Schon wollte ich mich wieder zurückziehen.

Ich wusste doch, dass ich mich nach jedem Gespräch noch elendiger fühlte

Auf halben Weg Richtung kompletter Resignation, drehte ich abrupt um und rannte in das Narzissenzimmer, riss die Tür auf und brüllte all meinen Schmerz hinaus. „Wieso behandelst du mich so? Wieso begrüßt du mich nicht, wenn ich heimkomme? Fragst nicht wie mein Tag war? Wieso isst du nicht mit uns? Wieso muss ich arbeiten gehen und den ganzen Haushalt auch noch machen? Wieso kann ich mich nicht wenigstens duschen?“

„Spinnst du jetzt total? Mit deiner Schreierei weckst du noch die Kinder auf!“

Ich schrie nicht mehr. Stimmt, die Kinder.

„Außerdem war das der Deal: du gehst arbeiten und dafür bekommst du Kinder.“

Leise geworden fragte ich meine Narzisse: “Wenn ich schon all unser Geld nach Hause bringe, wieso kannst du dann nicht einmal lieb zu mir sein? Wieso kannst du mich nicht in den Arm nehmen und mich halten?“

Die Antwort darauf war der allerletzte Tropfen nach tausend und abertausenden davor:

„Soll ich mich etwa für dein Geld prostituieren?“

Kennen Sie dieses Szenario? Spielt es sich seit Jahren bei Ihnen genauso ab? Ich höre diese Geschichte bei meinen Klientinnen, aber auch Klienten immer und immer wieder. Ich bin fassungslos, WIE VIELEN MENSCHEN ES GENAUSO GEHT oder erging.

Für mich war diese Frage: „Soll ich mich etwa für dein Geld prostituieren?“ Genau die Frage, die ich gebraucht habe, um ENDLICH aufzuwachen, aus diesem Sklavenalptraum. Danach war ich bereit, zu gehen. Still und heimlich packte ich meine Koffer und zog vier Monate später aus.

Nachtrag: Mein Geld lag auf unserem Konto. Ich hatte keinen Zugriff darauf. Dank meiner Familie und sehr vielen guten Freunden, baute ich mein Leben von Null wieder auf und bin jetzt da, wo ich bin: auf der anderen Seite der Schlucht zwischen Selbstvernachlässigung und Selbstverantwortung.

Und ich reiche Ihnen – ich reiche Dir die Hand und möchte Mut machen. Es ist wirklich nur ein kleiner Schritt. Das Glück steht dir zu. JEDES GLÜCK STEHT DIR ZU! Es braucht als ersten Schritt nur DEINE ENTSCHEIDUNG dafür. Für ein Leben mit liebevoller Achtung und Wertschätzung Dir selbst gegenüber. Für Umarmungen und Lachen und frei sein. Es ist so wunderschön auf der anderen Seite der Schlucht. Ich liebe es und möchte nie wieder tauschen!

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Das narzisstische Paretoprinzip

Juni 10th, 2020 by

Sicher kennen Sie das Paretoprinzip von Herrn Pareto aus dem vorigen Jahrhundert. Hier noch einmal zum Nachlesen.

In meinen eigenen Worten zusammengefasst und an narzisstisch-echoistische Muster oder Strukturen angewendet, meint es Folgendes: 80% Ihrer kostbaren Lebenszeit verwenden Sie dafür, um 20% halbwegs sinnvoll mit einem Menschen der NPS hat zusammen zu arbeiten oder zu leben.

Ohne eines narzisstisch-echoistischen Abhängigkeitsverhältnisses schaffen Sie in 20% Ihrer Arbeitszeit oder Lebenszeit 80% des Tagespensums und das, was Sie „eigentlich“ tun wollen

Korrekt?

Wie wäre es, wenn Sie statt sich echoistisch 80% des Tages um Ihre Narzisse zu drehen, nur 20% um Ihre Narzisse drehen? Wie sehr viel schöner und leichter könnte sich Ihre Lebens- und Arbeitszeit gestalten, wenn Sie sich 80% um Dinge kümmern, die Sie selbst betreffen? Um Ihre Arbeit. Um Ihre Hobbies. Um Ihre Bedürfnisse. Um Ihren Haushalt. Um Ihre Freunde.

Glauben Sie mir

20% narzisstisch-echoistische Beschäftigung täglich
sind ausreichend

und aus meiner Erfahrung mit KlientInnen und meiner eigenen Geschichte immer noch zu viel. Ich weiß aber, dass Veränderungen, insbesondere Veränderungen der eigenen so gewohnten Muster Panik verursachen können. Schließlich hat ein noch so blödes Muster seine Berechtigung. Wir machen nie etwas ohne Grund.

All unser Tun hat seinen/ihren Grund

Hier ein Gedankenspiel: Wenn wir unserem Tun einen anderen Grund geben, führt das mitunter das Tun an sich ad absurdum. Wenn Sie den Grund Ihres Handels ändern, brauchen Sie sich nicht länger 80% des Tages mit narzisstischem Bullshit beschäftigen. Sie hätten folglich sehr viel mehr Zeit für Erfreulicheres und für sich selbst.

Eines ist nämlich fast so sicher wie das Amen in der Kirche: eine Narzisse geht nur so lange zum Echo, bis sie dort keine narzisstische Zufuhr mehr bekommt. Eine Narzisse wird erst ihr Verhalten ändern, wenn ihr Leid für sie spürbar wird. Solange Echoisten hüpfen und springen, sobald eine Narzisse pfeift, erhöht sich das Leid der Echoisten. Womit wir wieder beim Paretoprinzip sind:

80% Verspannung, 20%  Entspannung

Bitte überlegen Sie für sich, was Sie zukünftig lieber möchten.

Ab 15. Juni biete ich Systemische Aufstellung auch via Zoom an. Oft ist es mega hilfreich, das System mit Narzissen aufzustellen und auf einen Blick zu überschauen. Es ist nicht nur im Umgang mit Narzissen hilfreich, eigene Verhaltensmuster zu identifizieren.

Systemische Aufstellungen helfen zudem, Ihr Wunschsystem für Sie klar zu machen. Damit bekommen Sie ein Ziel, auf das Sie zusteuern können, wenn Sie im Zusammenleben oder in der Zusammenarbeit mit Narzissen den Überblick verloren haben. Das kennen Sie sicher: Ohne Ziel kein Entrinnen, nur ein endloses weiter Kreisen.

Wenn Sie endlich sich selbst leben wollen und in Ruhe arbeiten möchten, kontaktieren Sie mich. Nach einem kostenlosen Kennenlerngespräch können wir Ihre Systemische Aufstellung vereinbaren.

kontakt@narz-micht-nicht.de

Ich freue mich auf Sie!

War Beethoven ein Narzisst?

April 8th, 2020 by

Bevor alle über mich herfallen, weil ich es wage, diese Frage zu stellen. Stop! Ich bin quasi mit Beethoven groß geworden. Sonntags gab es meistens schon zum Frühstück seine Musik, gleich nach „Du holde Kunst“ und mittags erneut. Mein Vater liebte damals wie heute Beethoven und mein Bruder und ich wurden angehalten, für einen Schilling zu erraten, welcher Ausschnitt welcher Symphonie Beethovens gerade über die Schallplatte zu hören war. Nachmittags spazierten wir dann in Nussdorf und im Kahlenbergerdorf auf den Spuren des Maestros.

Ich habe über Ludwig van Beethoven bereits 2013 ein erstes Stück und für das diesjährige Beethoven Jahr das zweite Stück geschrieben und alles Mögliche und Unmögliche über diesen Musiktitan recherchiert. Bei seiner 4. Symphonie heule ich regelmäßig und ich liebe sie, diese fehlenden Töne in Beethovens Werken, die eine Spannung provozieren, die ich weder bei Tschaikowski (den ich auch sehr schätze) und auch nicht bei Prokofjew oder bei sonst einem Komponisten kenne. Kurz und gut, ich achte Beethoven wirklich sehr und ich behaupte:

Beethoven war ein Narzisst mit einer
ausgewaschenen Störung

Ganz unbestritten hatte Beethoven ein grandioses Selbstbild (auch wenn sein Mythos diesen nachträglich als verdient bestätigt). Er bezeichnete sich Zeit seines Lebens selbst, einem altägyptischen Pyramiden-Text zitierend: „Ich bin alles, was ist, was war, was sein wird.“ Seine Mitmenschen waren in seinen Augen allerdings allesamt „nichts“. Es gab nur sehr wenige Menschen, die er nicht seine Missachtung offen spüren ließ.

Gerade seine Konversationshefte, durch die Beethoven sich auf Grund seiner zunehmenden Taubheit mit seinen Gesprächspartnern schriftlich unterhielt und mit Randbemerkungen ergänzte, sind sehr aufschlussreich über die wahren Gedanken des Maestros über seine Mitmenschen. Sehr deutlich bekennt er sich darin zu Menschenhass und -verachtung. So schreibt Beethoven u.a. wie er seine Mitbürger empfindet: „als bloße Instrumente, worauf ich, wenn’s mir gefällt, spiele … ich taxiere sie nur nach dem, was sie mir leisten.“

Allerdings bemüht er sich „gegen alle Menschen äußerlich nie die Verachtung merken zu lassen, die sie verdienen, denn man kann nicht wissen, wo man sie braucht.“ Das ist ein typisches Merkmal von Narzissmus: egoistisch, ausschließlich auf eigene Bedürfnisse bedacht sein und andere Menschen nur als Mittel zum Zweck dulden. Seinen Sekretär, Anton Schindler, titulierte Beethoven als „nichtswürdigen Gegenstand“. Diverse Haushälterinnen bewarf er mit Stühlen und quälte sie, wo er nur konnte.

Auch wenn er sich gern in adeligen Kreisen aufhielt und von dieser Seite immerhin 4000 Gulden Jahressalär erhielt, spottete er über den Adel, wo er nur konnte. Zu Goethe soll er in Tepliz über die Kaiserin und anwesende Herzöge gesagt haben: „… diese müssen uns Platz machen, wir nicht. Da ist keine Prinzess, die den Tasso länger anerkennt als der Schuh der Eitelkeit sie drückt.“ Zu anderer Gelegenheit notierte er in eines seiner Konversationshefte:

„Mit dem Adel ist leicht verkehren,
wenn man etwas hat, womit man ihm imponiert.“

Und imponieren konnte er. Dass Beethoven an die siebzig Mal allein in Wien umzog, lag vor allem an seiner rücksichtslosen Art. Der Maestro komponierte am liebsten mitten in der Nacht oder tobte lautstark durch seine Wohnungen, wenn alle Welt schlief. Er pöbelte alle an und beschimpfte seine Vermieter, wenn sie ihm zu freundlich kamen und um Rücksichtnahme baten. Keine Wohnung, kein Haus, keine Vermieter passten zu seinen hohen Ansprüchen.

Er duldete keine Widerworte. Niemand konnte ihm das Wasser reichen. Er war eine Ausnahmepersönlichkeit par excellence und forderte von allen Seiten, genauso behandelt zu werden, was sich auch in seinen außergewöhnlich hohen Honorarforderungen zeigte. Kein Künstler vor ihm, hat diese Beträge für sich gefordert. Und sie wurden ihm bezahlt.

Trotz seines Vermögens hatte Beethoven ständig finanzielle Existenzängste. Er knauserte nicht nur beim Wein und allen Nahrungsmitteln des täglichen Lebens, er wusste auch, wo es die billigste Schuhwichse gab und war zornig, wenn eine Haushälterin für Salz oder Essig zu viel ausgegeben hatte. Und wehe ihr, sie nahm auch nur eine Kaffeebohne (es mussten akkurat 60 Bohnen pro Kaffeetasse sein) zu viel.

Beethoven kontrollierte alle und jeden. Er war so dermaßen misstrauisch, dass sein Leben jenseits der Kunst ein einziger anstrengender Kampf war, außer in der Natur. In der Natur scheint er Frieden gefunden zu haben – unter den Menschen nur Streit und Missgunst.

Dass er keine einzige lange Beziehung zu einer Frau ausgehalten hat (oder sie mit ihm), ist ein weiterer Hinweis auf Beethovens narzisstische Störung. So verstehe ich auch seinen unfassbar schönen Liebesbrief, der sogar in die Weltliteratur Eingang fand. Beethoven hat ihn nie abgeschickt und bis heute rätselt man, welcher Frau, welchem Menschen er ihn gewidmet hat. Ich denke, er war in Wahrheit an sich selbst gerichtet, wie Narziss am See knieend sein eigenes Spiegelbild liebte.

„Ewig dein. Ewig mein. Ewig uns.“

Der Gerichtsstreit, den Beethoven mit unfassbar zerstörerischer Energie und Inbrunst gegen seine Schwägerin Johanna van Beethoven um das Sorgerecht seines Neffen Karl geführt hat und welche Mittel der Lüge und Niedertracht ihm dabei behilflich waren, füllt mehrere Aktenordner. Interessant, dass man in den glorifizierenden Biografien über Beethoven diese Wahrheit des Genies ausklammert. In diesen fünf Jahren war es Beethoven nicht möglich, auch nur eine Note zu komponieren. Fünf Jahre lang hat er sich durch seinen Hass und seine Intrigen dermaßen selbst blockiert, dass ihn sogar die Muse mied.

Dass Beethoven seinen Neffen Karl in den versuchten Selbstmord trieb, weil dieser den Leistungsdruck, die Drohungen, die Liebeserpressungen und die Isolation zu seiner Mutter nicht mehr ertrug, wird oft als Unfähigkeit Karls dargestellt. Der psychische Missbrauch, den Beethoven an dem Kind ausübte, würde das grelle Licht auf das Genie Beethovens verfinstern.

Beethoven liebte nicht. Er besaß.

Menschen waren Objekte, die ausschließlich ihm zu huldigen und alle anderen Beziehungen für ihn zu opfern hatten.

Obwohl oder vielleicht gerade weil Beethoven im Grunde extrem vergiftend war, hatte er große Angst, selbst vergiftet zu werden. Deshalb ließ er manche Speisen und Getränke vorkosten. Und auch das spricht für seine narzisstische Störung. Ich pflege zu sagen: Nur Diebe haben Angst, dass ihnen etwas geklaut wird.

Den einzigen, den Beethoven bei allem Größenwahn fürchtete, war Gott. „Nach Gott ist mir meine Ehre das Höchste.“, sagte er und bekannte in grausamer Härte auch gegen sich selbst: „Du darfst nicht Mensch sein, für dich nicht, nur für andere: für dich gibt es kein Glück mehr als in dir selbst, in deiner Kunst. O Gott, gib mir die Kraft, mich zu besiegen!“

Das hat er! Der Preis, den nicht nur Beethoven, sondern auch alle seine Mitmenschen dafür zahlten, war sehr hoch. „…ich schreibe Noten überhaupt nur aus Nöten.“

Wenn wir in meinem Theaterstück über Beethoven am Schluss alle zusammen seine „Ode an die Freude“ singen, dann kann man die gewaltige Sehnsucht nach Liebe spüren. Nach der Liebe, die Quelle für so viel Schönes und ohne die all unser Tun leer und sinnlos ist.

Und so nur möchte und kann ich Beethovens geniales Werk verstehen.

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Die narzisstisch-echoistische Beziehung

März 12th, 2020 by

Ganz gleich, ob es sich dabei um eine berufliche, eine elterliche oder eine Paarbeziehung handelt, das narzisstisch-echoistische Muster funktioniert so lange gut und kann mitunter sogar höchst effektiv und erfolgreich sein, solange sich keiner der Partner weiter- oder fortentwickelt.

Während sich möglicher Weise in anderen Beziehungen eine langweilige Alltagsroutine eingeschlichen hat, hält das narzisstisch-echoistische Muster Beziehungen leidenschaftlich am Lodern. Das kann im beruflichen Umfeld auch spannend, allerdings auch höchst spannungsgeladen sein.

Als Echoist in so einer Konstellation
wird einem nie langweilig

Man kommt aber meistens nicht mehr zum Erledigen eigener Aufgaben oder vergisst in einer Beziehung zu Eltern oder einem Liebespartner peu-à-peu die eigenen Bedürfnisse und Interessen. Der narzisstische Part wird Dreh- und Angelpunkt und der Nebenjob im Hauptjob.

Das kann gut gehen, wenn der echoistische Teil sowieso unterfordert ist oder ein erhöhtes Stressbedürfnis hat und sich gerne in einem permanenten Überlebenstraining befinden möchte. Jeder Abenteuerurlaub ist ein erholsamer Spaziergang im Vergleich zu einem Leben mit einer Narzisse und wird schon deshalb seltener von narzisstisch-echoistischen Paaren gebucht. Wozu auch? Hat man ja täglich zu Hause.

Für Narzissen ist die Konstellation mit einem leidensfähigen Partner immens praktisch

Während der Echoist hüpft und springt und aus manipulierter Angst heraus alles macht und tut, damit das System weder eskaliert noch kollabiert, kann sich die Narzisse zurücklehnen und sich wie ein Vampir am Energiehaushalt des Echos aufladen und saugen.

Wenn dieses narzisstisch-echoistische System aus der Balance gerät und da genügt es schon, wenn sich nur eine Nuance in dieser Konstellation verändert – wie gesagt ganz gleich, ob privat oder beruflich – kann es sehr gefährlich werden. Dann kommt nämlich die narzisstische Kränkung ins Spiel.

Der größte Unterschied zwischen Narzissen und Empathen ist die Selbstreflexion

Narzissen sind dazu nicht fähig. Sie wollen sich nicht nur nicht selbstreflektieren, sie KÖNNEN es gar nicht!

Wenn Echoisten (und das sind immer Empathen) begriffen haben, dass sie Teil eines narzisstisch-echoistischen Systems sind und auch bereits für sich realisieren, wie ungesund dieses System für sie selbst ist…. Wieso bleiben so viele? Wieso nehmen sie nicht ihre Füße in die Hand und rennen um ihr Leben?

Ich habe dafür aus eigener Betroffenheit und der Beobachtung fremder Betroffenheit folgende Erkenntnis: Es ist unser Urinstinkt, vor einem Säbelzahntiger wegzulaufen oder sich tot zu stellen. Echoisten leben manchmal Jahre lang mit einem zusammen unter einem Dach oder arbeiten für ihn. Sie kennen seine Macken. Sie wissen, wann sie sich ducken müssen oder besser das Zimmer verlassen. Wer sagt ihnen, dass in einem anderen Arbeitsverhältnis oder in einer anderen Paarbeziehung nicht ein noch viel gefährlicherer Säbelzahntiger ist. Wir neigen leider dazu, im bekannten Umfeld zu bleiben, auch wenn es sich ungesund und vergiftet anfühlt.

Deshalb mein Appell an alle: Analysieren Sie das System, in dem Sie sich befinden. Hinterfragen Sie die narzisstisch-echoistischen Muster, die dahinterstecken. Lernen Sie den Umgang mit diesem System und dann treffen Sie eine selbstbestimmte Entscheidung für sich. Das muss nicht Gehen sein. Aber Ihr Bleiben zum Positiven verändern.

Bei all diesen Schritten kann ich Ihnen helfen und Sie unterstützen.

Kontaktieren Sie mich gerne unter: office@narz-mich-nicht.de

Remote yourself – Fernbediene Dich selbst

Februar 27th, 2020 by

Das ist das A und O. Wenn Sie einen Film sehen, der Ihnen nicht gefällt: Was tun Sie?

Die meisten schalten um oder drehen den Fernseher gleich ab. „Kommt eh nichts Gescheites.“ Wenn der Ton zu laut ist, schalten Sie vermutlich leiser und umgekehrt. Wenn Sie die Werbung nicht hören wollen, drücken Sie auf Mute. Sie haben schließlich die Macht über Ihren Fernseher und Ihre Fernbedienung. (In meinem Fall hatte ich nicht einmal die mehr. Ich durfte nur an ungeraden Tagen fernsehen und dann auch nicht, was ich wollte, sondern nur das, was meiner Narzisse nicht zu doof war und eigentlich auch nie den ganzen Film, denn ganze Filme schauen nur Idioten usw.)

Angenommen, Sie sind seit Jahren in einem Film, der megakomisch ist und in dem Sie die unglückliche Hauptrolle spielen. Sie spüren die ganze Zeit, dass irgendetwas nicht stimmt. Weder das Drehbuch ist sonderlich gut, noch die Narzisse an Ihrer Seite. Obwohl Sie schon alles tun und machen und lassen, um ihr zu entsprechen. wird diese nur immer noch ekelhafter. Und irgendwie kommt und kommt kein Happy End….

Wer hat da die Fernbedienung in der Hand? Wer fernbedient Sie? Wieso nehmen Sie die Fernbedienung Ihres Lebens nicht einfach in die eigene Hand und schalten um oder noch besser ab?

Jetzt sofort!?

Sie zögern? Zögern Sie, weil Sie daraufhin einen Rattenschwanz an Konsequenzen erwarten? Die kann Ihnen keiner nehmen. Doch außerhalb Ihrer Ängste sind viele Menschen, die vermutlich schon lange darauf warten, dass Sie endlich auf Ihrer Fernbedienung die STOP Taste drücken. Dass Sie endlich sagen: Es reicht! Freunde, Familienangehörige, Arbeitskollegen, die nur darauf warten, Ihnen helfen zu dürfen.

Bei mir war es so. Ich war schon total isoliert. Meine Hausärztin machte mich Ende 2015 darauf aufmerksam, indem sie sich für mich weit aus dem Fenster lehnte und mir ihre Sorge über mich zum Ausdruck brachte, mit den Worten: „Wenn Sie nicht gehen, gehen Sie kaputt. Sie werden alles verlieren. Geben Sie sich nicht auf!“

Ich bin ihr sehr, sehr dankbar dafür. Tatsächlich hat sie mir mein Leben gerettet. Was danach kam, war anstrengend. Ich bin ausgezogen. Sie wissen: Der oder die, die geht, ist sowieso immer die „Böse“. Ich musste als Ausländerin und Mutter eine neue Wohnung finden. Der ganze Scheidungskram, eine Schule für mein Kind suchen, meine Arbeit stemmen, neu ankommen, Wohnung einrichten, dem Kind erklären, wieso und weshalb, wo ich selbst noch nicht begriffen habe, was eigentlich passiert war, meine Ressourcen aufbauen, herausfinden, wer ich bin, was ich möchte und wie und mit wem oder nie wieder mit irgendwem usw.

Ja, das war nicht einfach, aber….

Ab meiner Entscheidung für mich und mein Leben wurde der Druck auf meinen Schultern und der Schmerz in meinem Herzen schlagartig leichter! Und ich begriff, dass ich nicht allein bin. Dass ich es nie war. Es brauchte „nur“ meine Entscheidung und dass ich die Fernbedienung meines Lebens wieder selbst in die Hand nahm.

Ihr Leben braucht Ihre Entscheidung!
Fernbedienen Sie sich selbst!

Nehmen Sie die Fernbedienung Ihres Lebens in die Hand und beenden Sie für sich das narzisstisch-echoistische Spiel.

Jetzt sofort!

Der „Rest“ fügt sich von ganz allein. Glauben Sie mir. Es ist Zeit, darauf zu vertrauen.

Eine Narzisse ist eine Narzisse ist eine Narzisse

Februar 7th, 2020 by

Wie in dem Gedicht von Gertrude Stein über die Rose, die eine Rose ist, genauso verhält es sich mit Narzissen, denn eine Narzisse ist und bleibt fast immer eine Narzisse.

Eine Ärztin der Psychiatrie hat mir Folgendes erzählt und es hat mich traurig gemacht: Möglicher Weise, wenn sich alle Menschen von der narzisstischen Persönlichkeit abgewendet haben und der Leidensdruck zu groß wird, erst dann wagt eine Narzisse den Schritt zur Therapie. In den wenigsten Fällen aus eigenem Antrieb, sondern wegen der anderen. Eine Narzisse erhofft sich meist durch eine Therapie eine Erklärung für die Schwierigkeiten, die sie durch die anderen hat.

Das Umfeld ist das Problem

Nicht die Narzisse und ihre Störung, die sie als solche selbst gar nicht wahrnimmt. Wie durch einen Dauerfilter begreift eine Narzisse alles um sich herum und dadurch nie wirklich.

In der Therapie versucht dann ein Psychiater mit unfassbarer Geduld das Vertrauen der Narzisse aufzubauen. Ein mühseliger Prozess für beide, der sehr sehr lange dauern kann. Durchschnittlich acht Jahre. Oft scheitert die Therapie, weil eine Narzisse praktisch niemandem wirklich traut.

Erst wenn das Wunder einer Vertrauensebene zwischen Patient und Therapeut geschieht, kann die eigentlich therapeutische Arbeit beginnen. Der Narzisse wird versucht, zu erklären, dass ihre Realität mit der Realität ihrer Mitmenschen nicht übereinstimmt.

Das mühsam aufgebaute Selbstbild der Narzisse wird damit massiv angegriffen und es passieren in der Regel und aus der tragisch logischen Konsequenz einer Narzisse meist zwei Dinge: entweder ist die Narzisse dermaßen erzürnt, dass sie ihren Therapeuten und die Therapie ganz generell zum Teufel jagt und alle für Idioten hält. Oder die narzisstische Kränkung erlebt den Todesstoß und der Patient nimmt sich das Leben, indem er Suizid begeht.

In den aller seltesten Fällen, gewinnt der Funken Liebe im Innersten einer Narzisse und eine Heilung kann beginnen.

Hüpfendes Unsicherheitsnetz unter konfliktorientierter Beziehung

Januar 21st, 2020 by

Die Überschrift kann auch lauten: Werteverlust.

Heute Mittag saß ich mit einem langjährigen Freund, Ip Wischin, im Grand Hotel in Wien. Er hat mich zum Essen eingeladen. Wir kennen uns vom Schauspielstudium. Obwohl wir dort beide lernten, hatte ich immer eher den Eindruck, dass er mich lehrte und oft denke ich während meines Alltags in Deutschland an Worte von ihm und versuche sie in Einklang mit meiner künstlerischen Tätigkeit zu bringen.

Ip hat mich früher in meiner Theaterarbeit oft aufgefordert, mutiger und provokanter zu sein. Was ich schrieb und inszenierte war ihm „zu brav“. Frei nach meinen Worten zitiert, meinte Ip damals zu mir: „Wenn du dich traust, darauf zu pfeifen, was andere über dich denken, sondern sie aufregst, wirst du von den richtigen Menschen wahrgenommen.“ Und so spazierte ich relativ stolz ins Grand Hotel und freute mich darauf, Ip von meinem Erfolg mit #Narzmichnicht zu erzählen und dass ich nun endlich mutiger geworden bin und mich mit allen anlege…

„Wer sind alle?“

„Richter, Anwälte, das Jugendamt zum Beispiel. Ich öffne ihnen die Augen, indem ich sie auf den Narzissmus in unserer Gesellschaft und seine veheerenden soziopathischen Folgen aufmerksam mache.“

„Ach, du meinst deine Obsession?“

Ich war irritiert. Moment, war das der Ip von damals?

„Wenn jemand immer und immer wieder über ein Thema postet und seinen Namen mit Narzmichnicht in Verbindung bringt, dann hat es etwas Obsessives.“

„Ja aber…“ wollte ich mich und etwas verteidigen, auf das ich wenige Minuten davor noch stolz war.

„Das Dilemma der Obsession ist nicht die Obsession, sondern der Druck, der dahinter steht.“

„Okay, dann bin ich obsessiv, aber ich verteidige wichtige Werte in unserer Gesellschaft, die durch den Narzissmus verloren gehen.“

„Weiß das jemand? Wissen das die Personen, die über Dein Kind entscheiden?“

Stimmt, ich weiß gar nicht, ob die das wissen. Am Anfang von Narzmichnicht, bei meinen ersten drei Blogbeiträgen schoss ich noch wütend und verzweifelt gegen meine Narzisse und das System. Von beiden war ich schrecklich enttäuscht. Was nichts Anderes heißt als dass die Täuschung aufflog und ich über mich selbst zornig war, weil ich mich aus welchen echoistischen Gründen auch immer gerne täuschen ließ.

Meine Einstellung hat sich im Laufe der letzten Monate durch meine Arbeit und der sehr intensive Auseinandersetzung mit Narzissmus grundsätzlich geändert.

Sicher bin ich ab und zu noch schwer getroffen und berührt, wenn mir Klienten im Coaching von ihren Erlebnissen mit einer narzisstischen Persönlichkeit erzählen. Ich spüre, wie mir die Galle aufsteigen möchte und mich so vieles an meine eigene Narzgeschichte erinnert. Aber und das ist das Wichtigste: wir alle kommen nicht weiter und werden unsere Gesellschaft nicht retten, wenn wir weiterhin GEGEN Narzissen sind. Das mag jetzt einige LerserInnen irritieren, aber GEGEN etwas zu sein, hat in der Geschichte der Menschheit noch nie etwas gebracht. Irgendjemand ist ständig gegen irgendetwas.

Solange wir aber GEGEN etwas sind,
fehlt die Energie FÜR etwas zu sein

Werte zum Beispiel. Wo sind unsere Werte geblieben? Wir leben in einer narzisstischen Gesellschaft, die auch Echoisten zu verantworten haben, die nämlich, die zwar leiden und sich leiden ließen und lassen und weiterhin bei ihren Narzissen bleiben. Gründe, weshalb sich Echoisten nicht von Narzissen trennen, ähneln sich und drücken sich in Verlustängsten oder mangelnder Courage dem eigenen kostbaren Leben gegenüber aus. Oft sind es Besitztümer, auf die es möglicher Weise zu verzichten gilt im Tausch gegen ein freies und glückliches Leben. Manchmal ist es die Angst, nicht auf eigenen Füßen stehen zu können. Viele Menschen haben schlicht weg verlernt, sich selbst zu „bedienen“ und lassen sich der Einfachheit halber lieber von ihren Narzissen fernbedienen.

Sowohl unter den Narzissen als auch unter den Echoisten krankt unsere Gesellschaft, denn beide befeuern, dass der Narzissmus weiterwächst und wuchert und unsere Werte den Bach hinuntergehen. Wir überlassen unseren Kindern nicht nur eine zerstörte Umwelt (die by the way auch Ergebnis eines narzisstisch-echoistischen Miteinanders ist), sondern darüber hinaus auch noch eine Werte lose Gesellschaft.

Zeichnung von Regina Schrott - Narz mich nicht

Narzisstische Gesellschaft – Zombiegesellschaft

Peter Turrini – ein rennomierter österreichischer Schriftsteller, für alle, die ihn nicht kennen – sagte in einer Festrede 2018:

„Was uns bedroht, sind nicht die Ozonlöcher,
sondern die Arschlöcher.“

Wenn ich als Mutter meinem Herzen und meinem Instinkt folge und mich wie ein hüpfendes Unsicherheitsnetz unter die konfliktorientierte Beziehung mit meiner Narzisse werfe, helfe ich leider weder meinem Kind, noch unserer Gesellschaft, denn es wird von Außen betrachtet obsessiv wirken, mit ganz viel Druck dahinter. Wenn es mir aber gelingt, mit meiner Arbeit und meinem Engagement, meine Energie für eine gesunde, weil empathische Gesellschaft zu geben und ich möglichst viele Menschen mitreiße, mir dabei zu helfen, bin ich in den ein oder anderen Augen immer noch obsessiv, aber der Druck in die falsche Richtung ist weg.

Darüber hinaus gebe ich Ip Recht: Es ist wichtig, dass wir unseren Kindern nicht nur ihre Rechte unter die Nase halten, damit sie sie auswendig lernen, sondern auch ihre Pflichten für eine empathische Gesellschaft.

Es ist höchste Zeit, dass wir alle aufwachen!

Ip verabschiedete sich von mir mit den Worten: „Bleib tapfer.“ Und das bleibe ich mit Ihnen, die Sie meine Texte lesen. Lassen Sie uns gemeinsam FÜR eine Gesellschaft aufstehen und einstehen, die sich an uralte Werte erinnert.

Nur GEMEINSAM ist unsere Welt noch zu retten!

Für Hilfe und Unterstützung können Sie uns direkt kontaktieren. Wir helfen Ihnen weiter SOFORTHILFE und Erste Hilfe Tipps im Umgang mit Narzissen

Weitere Blogbeiträge zum Thema finden Sie hier
Die narzisstisch-echoistische Beziehung
Das (deutsche) Rechtssystem und der Narzissmus
Loslassen und Vertrauen

Zu unserem kostenlosen Fragenkatalog, inwieweit Sie von Narzissmus betroffen sind, kommen Sie hier Fragenkatalog

Alles ist gut

Dezember 23rd, 2019 by

…sonst wäre es ja anders. Das mag gerade auf dieser Seite, die sich mit dem negativen Narzissmus beschäftigt, damit konfrontiert und versucht, auch über die soziopathischen Folgen von Narzissmus in unserer Gesellschaft aufzuklären und zu sensibilisieren, merkwürdig klingen, fast provokant, aber so beginnt

UNSERE GESCHICHTE – die Geschichte
von Narz mich nicht

Erst Anfang 2019, also gerade vor noch nicht einmal einem Jahr erkannte ich durch einen “Zufall”, in welcher irrwitzigen Situation, in welchem Horrorfilm wir uns befunden hatten und dass es dafür zwar einen Namen und eine Erklärung, allerdings wenig Hilfe und Unterstützung gibt.

Wie die meisten Opfer von narzisstischem Missbrauch haben auch wir erst durch Anregung von außen begriffen, welche Mechanismen und welche “richtigen Fehler” wir gemacht haben. Wer auf vier Quadratmetern jeden nur erdenklichen Fehler macht, kennt sich aus und kann sich auf diesem Gebiet mit Fug und Recht Experte nennen. Ich für meinen Teil habe alle Fehler gemacht, die man nur machen kann und weiß mittlerweile bestens Bescheid.

Weil ich herausfinden wollte, wie man all diese Fehler RECHTZEITIG vermeidet

… habe ich das Jahr 2019 komplett der Recherche und des Netzwerkens gewidmet. Ich habe zahlreiche Menschen im In- und Ausland getroffen, Gespräche geführt, zick Bücher gelesen, Diskussionen geleitet, Therapeuten und Anwälte, sowie Richter befragt. Ich bin tausendfach hingefallen, hab mir die Knie aufgeschlagen und bin neu aufgestanden, habe meine Krone gerichtet und bin weitergegangen, um JETZT anderen Menschen zu helfen.

Am 13.11.2019 haben wir unseren ersten öffentlichen Vortrag gehalten, in der VHS in Köln. Wir bekamen den größten Saal und er war randvoll mit Menschen, die selbst betroffen, mit-betroffen sind oder – so sagte mir letzte Woche ein Mann:

„Wir sind alle betroffen von dieser rasant
um sich greifenden Epidemie.“

Die Seminare, die wir anschließend gaben, waren zu 200 % überbucht. Wir haben Anfragen noch und nöcher und sind mittlerweile nicht mehr nur zwei “Rebellen gegen Narzissmus”, sondern ein “Team FÜR Narzmichnicht”

Um Menschen zu helfen, ein GLÜCKLICHES und
FREIES Leben zu führen!

Mittlerweile ist Narzmichnicht eine registrierte Marke. Wir haben Kooperationspartner und mieten Seminarhäuser an. Ein Kinderbuch – das erste im deutschsprachigen Raum – ist entstanden und wir haben ein Team.

Am Anfang unseres Weges, Anfang 2019 als ich endlich einen Namen für das bis dato Unerklärliche in meinem Leben hatte, ließ ich mir ein kleines Tattoo auf mein linkes Handgelenk stechen – genau deshalb, damit es mich immer und ewig daran erinnert:

ALLES IST GUT

Alles ist gut. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger. Sonst wäre es ja anders. ALLES geschieht, um uns zum Gehen zu bringen und ins Tun zu kommen, in die SELBSTVERANTWORTUNG. Vom “Gegen etwas kämpfen” zum “Für etwas sein”.

In diesem Sinne: alles ist gut. Das war unser Weg 2019 mit allen Hürden und Schwierigkeiten und so viel Zuspruch, Unterstützung und gegenseitiger Anteilnahme.

ALLES IST GUT lege ich Ihnen unter den Christbaum. Gönnen Sie sich den Gedanken, dass es wahr ist, damit Sie als starke Persönlichkeit – befreit, glücklich und gestärkt aus dieser Krise heraus in ein neues Leben starten.

Wir sind für Sie da, wenn Sie dabei Unterstützung und Beratung brauchen!

Gesegnete und narzfreie Weihnachten Ihnen allen!
Regina Schrott 

Beratung, Unterstützung und Hilfe finden Sie hier SOFORTHILFE und hier Erste Hilfe Tipps im Umgang mit Narzissen

Links zu unseren Seminaren und Vorträgen hier Seminare & Vorträge

Beratung und Coaching finden Sie hier Beratung & Coaching

Unser Team und unsere Kooperationspartner finden Sie hier Das Team (D/A/CH) und Kooperationspartner

Weihnachten mit einer Narzisse

Dezember 15th, 2019 by

HEILIG ABEND – Ein kurzes Theaterstück
von Regina Schrott 9.11.14 (Dieses kurze Theaterstück habe ich vor 5 Jahren geschrieben. Damals waren mir die Zusammenhänge noch nicht klar…)

Vater, Mutter, Kind sitzen am Tisch bei einem typischen Weihnachtsessen. Die Stimmung ist aufgeladen. Zu lange großes Schweigen. Räuspern. Weiter Schweigen. Der Vater ist energisch. Das Kind zappelt rum. Die Mutter bebt innerlich und kämpft mit den Tränen.

Mutter:            Frohe Weihnachten.

Schweigen.

Mutter:            Frohe Weihnachten.

Kind:               Warum sagst du das, Mami?

Mutter:            Es sind doch frohe Weihnachten, oder?!

                        (Sie starrt den Vater provozierend an.)

Kind:               Ja genau, frohe Weihnachten, Mami.

Der Vater isst weiter.

Vater:              (zur Mutter) Warum starrst du mich so an?

Mutter:            Ich starr’ dich doch gar nicht  an.

Der Vater seufzt schwer.

Vater:              Nicht?!

Mutter:            Nein.

Kind:              Papa, die Mama hat frohe Weihnachten gesagt. Sind sie  nicht froh?

Vater:              (zu lieb zum Kind) Doch, mein Schatz, wie jedes Jahr.

Kind:               Gel, das Christkind ist auch ganz froh, dass Weihnachten ist,
weil dann kann es sich endlich mal ausruhen.

Die Mutter lacht böse auf.

Vater:              (zur Mutter) Wenn wir nicht jeden Blödsinn unseren Eltern nachhampeln würden, dann könnte sich das Christkind das ganze Jahr über ausruhen und es müsste hier nicht die Atmosphäre verpesten.

Mutter:            (zum Vater auf das Kind deutend) Hallo?!

Vater:              Ist doch wahr.

Kind:              Was ist wahr?

Schweigen. Die Mutter kämpft mit den Tränen.

Kind:              Was ist wahr, Papi?

Vater:              Frag’ die Mama.

Kind:              Was ist wahr, Mama?

Mutter:            Nichts, alles ist gut, mein Schatz. Papa hat nur schlechte Laune.

Vater:              (verärgert) Ich hab’ gar nicht schlechte Laune.

Kind:              Bist du nicht froh, Papi?

Vater:              Klar, bin ich froh. Ich hab’ ja dich.

Kind:              Und ich hab’ dich. Ich bin auch froh.

Die Mutter schluchzt auf.

Kind:              Mama, was ist? Bist du nicht froh?

Mutter:            Iss endlich weiter. Schau’, wie dein Teller ausschaut.

Vater:              Ist doch egal wie der Teller ausschaut. Es ist doch Weihnachten.

Mutter:            Ach und weil Weihnachten ist, kann das Kind plötzlich essen wie ein Hottendotte?!

Kind:              Ich bin kein Hottendotte.

Vater:              Nein, Schatz. Du bist kein Hottendotte. Die Mama meint das auch nicht so.

Langes Schweigen.

Mutter:            (zum Vater) Schmeckt’ s Dir wenigstens?

Der Vater isst schweigend weiter.

Mutter:            Ob’ s dir schmeckt, will ich wissen. Ich hab’ mir nämlich ziemlich viel Mühe mit dem essen gemacht.

Vater:              Mir hätten Würstel mit Erdäpfel genügt.

Mutter:            Wenn’ s nach dir ginge, würdest du jeden Tag Würstel mit Erdäpfeln essen.

Vater:              Es geht nur leider nie nach mir.

Mutter:            Heute ist Weihnachten.

Kind:               Genau, heute ist Weihnachten.

Vater:              Ja, und dann kommt Ostern und Nikolaus, Hochzeitstag, Geburtstag,… Wir hampeln alles nach, was uns deine Eltern vor hampeln.

Mutter:            Deine Eltern hampeln uns Weihnachten auch vor.

Vater:              Aber warum müssen wir’ s nachhampeln?

Mutter:            Weil Weihnachten schön ist.

Vater:              Schön?! Was bitte soll an Weihnachten schön sein? Ist das jetzt hier schön?

Kind:              (hält sich die Ohren zu) Hört auf so zänkerig zu sein.

Vater:              (zur Mutter) Du steckst mit deiner Hysterie alle an.
Merkst du’ s?

Mutter:            Ich stecke mit meiner Hysterie alle an, weil ich mir Mühe gebe, dass WIR ein schönes Weihnachtsfest haben?

Vater.              Damit du ein schönes Fest hast. Ich brauch’ das alles nicht.

Mutter:            Aber ich und Paul.

Vater:              Paul braucht diesen ganzen Unsinn nur, weil du ihm den vorlebst.

Mutter:            Du lebst ihm ja auch keine Werte vor.

Vater:              Weihnachten hat auch nichts mit Werten zu tun.

Mutter:            Hör’ auf jetzt.

Vater:              Wenn’ s nach mir ginge, dann hätte ich gar nicht erst angefangen.

Kind:              Ihr sollt euch nicht zanken. Sonst schenkt euch das Christkind nichts.

Vater:              Es gibt gar kein Christkind.

Mutter:            (zum Vater) Bitte hör’ jetzt auf.

Kind:              Es gibt sehr wohl ein Christkind.

Mutter:            Aber natürlich gibt es das Christkind, Schatz.

Kind:              Papa, es gibt ein Christkind.

Vater:              Na, wenn die Mama das sagt…

Mutter:            Natürlich und deshalb sollten wir jetzt alle wieder lieb zu einander sein.

Kind:              Genau Papa.

Kurzes Schweigen.

Vater:              Ich möchte einmal Weihnachten so feiern, wie ich es will.

Mutter:            Du willst es ja gar nicht feiern.

Vater:              Eben.

Kind:              Warum willst du’ s nicht feiern, Papa?

Vater:              Weil das alles ein verlogener Kommerzscheiß ist.

Mutter:            Kurt!

Kind:              Was bedeutet Kommerzscheiß, Papa?

Vater:              Der Markt zwingt uns, ganz viel Geld auszugeben, das wir nicht haben, für Dinge, die wir nicht brauchen. Und dabei müssen alle glücklich schauen und sich lieb haben.

Kind:              Für Spielsachen?

Mutter:          (zum Vater) Du kannst doch wenigstens einmal im Jahr nett sein.

Vater:              Damit du Christkind spielen kannst?!

                                                                                    – FINALE –

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Wie auf Entzug

November 30th, 2019 by

Wieso ist es so schwierig, sich endgültig von der Narzisse zu lösen und in wirklich allen Belangen auf den eigenen Beinen zu stehen – Herz frei, Kopf frei, Körper frei? Wieso tut es so unfassbar weh, eine Narzisse los zu lassen? Und was genau tut da eigentlich weh? Ist es wahr, dass man den Schmerz, die Demütigungen, die Isolierung, die Fülle an Unzulänglichkeiten und die Angst vermisst? Und wieso? Ist es wegen Ermangelung besseren Wissens, besseren Fühlens, besseren Handels? Was – zum Henker! – geschieht da in manchen Köpfen und Herzen, dass man lieber zu einem gewalttätigen, ekelhaften Menschen zurückkehren würde als mit Freude ein neues glücklicheres Leben beginnen?

Denn ganz ehrlich: schlimmer kann es in den meisten Fällen gar nicht mehr werden!!!

In unseren Seminaren, Vorträgen und meinen Beratungen der letzten Wochen erschüttert mich am meisten dieses fast vehemente Festhalten an einer grausamen Situation der TeilnehmerInnen und Coachees. Mit Tränen in den Augen und die Fäuste mit Wut geballt erzählt man uns die brutalsten Geschichten, sei es im Beruf oder in privaten Beziehungen. Man berichtet fast beschämt darüber, die Narzisse verlassen zu haben und wie man sich überlegt, trotz gebrochenem Herzen wieder zurück zu gehen. Wie man um eine oft weitere Ehrenrunde ringt.

Eines muss, ja  M U S S  dabei wirklich jedem und jeder klar sein:

Jede Ehrenrunde macht Bleiben schlimmer
und Gehen schwieriger!

Menschen, die lange Zeit (und das müssen nicht einmal Jahre sein) mit einer Narzisse zusammen waren und es geschafft haben, zu gehen, leiden anschließend an Entzug. Die Erklärung ist bitter und besonders für nicht Betroffene schwierig nach zu vollziehen: eine Narzisse braucht die Gefühle anderer Menschen, weil sie zu eigenen echten Gefühlen in sich keinen Zugang findet. Sie saugt die Gefühle anderer Menschen wie ein Vampir aus und lebt davon. Am liebsten von den negativen Gefühlen wie Traurigkeit, Wut, Schmerz, etc. Mit Glücksgefühlen kann eine Narzisse nichts anfangen. Zu Glücksgefühlen anderer Menschen können Narzissen höchstens Neid empfinden, weil sie selbst zutiefst unglückliche Menschen sind.

Das Leid anderer Menschen bereitet ihnen Freude, die bis zur Geilheit gehen kann

Durch das sichtbare Leid anderer Menschen lenken sich Narzissen von ihrem eigenen inneren Schmerz und ihrer Leere ab. Dabei gilt: je schlechter es anderen Menschen geht, umso besser geht es Narzissen – ganz gleich ob es sich dabei um erfolgreiche oder erfolglose Narzissen handelt. Leid bedeutet, dass es anderen Menschen zum Glück schlechter geht, deshalb darf es anderen Menschen gar nie zu gut gehen, also niemals besser als einer Narzisse.

Um das zu erreichen hat jede Narzisse einige grausige Werkzeuge in petto. Gaslighting, Demütigung, Konfusierung, Isolation, Instrumentalisierung, Liebesentzug, um nur ein paar wenige zu nennen. Eine Narzisse ist ständig, geradezu manisch daran interessiert, ihren Partner „ausbluten“ zu lassen. Zu diesem Zweck muss sie über Schritt und Tritt des Gefühlslebens des Partners Bescheid wissen und dieses kontrollieren bzw. den Partner permanent mit sich beschäftigen. Die Narzisse sorgt dafür, dass der Mensch an ihrer Seite keinen Zugang mehr zu seinen eigenen Bedürfnissen hat, sondern sich wie eine Motto um‘ s Licht die ganze Zeit um den emotionalen Haushalt der Narzisse kreist. (Wenn Sie gerade unsicher werden, machen Sie bitte unseren kostenlosen Fragenkatalog auf unserer Seite!)

Co-abhängige NarzissenpartnerInnen oder EchoistInnen kennen ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr. Sie wurden weitest gehend auch schon so krass umcodiert, dass ihnen der Zugang zu ihren eigenen Gefühlen genauso fehlt wie der Narzisse. Da sie aber meist der emotional empathische Gegenpol sind, verlieren sie sich immer mehr und werden von der Narzisse vollends ein- und ausgenommen.

Schafft man die Trennung von der Narzisse passiert Folgendes: man hat verlernt, für sich selbst zu leben. Man hat die entsetzliche Leere der Narzisse wie das Nichts in der Unendlichen Geschichte von sich Besitz ergreifen lassen und für viele Menschen ist diese entstandene Leere unerträglicher als die Demütigungen, die Schläge, die Gemeinheiten einer Narzisse. Da war wenigstens irgendein Gefühl, wenn auch ein Scheißgefühl, aber es war nicht diese erschreckende Leere.

Die gute Nachricht und gleichzeitig meine wichtigste Ermutigung an Sie: halten Sie die Leere aus! Lassen Sie die Leere zu. Diese Leere ist wie ein abgebranntes Feld, wie der Morgen nach einem Vulkanausbruch, auf dem bald schon Blumen blühen und grüne Bäume und Büsche wachsen werden, kräftig und wunderschön.

Halten Sie  U N B E D I N G T  diese Leere aus. Sie ist ein Segen nach alle dem, was Sie möglicher Weise wie so viele andere Menschen und auch ich erlitten haben. Und dann beginnen Sie ein neues Leben. Ein Leben ohne Narzisse. Sie werden erstaunt und erleichtert sein, WIE SCHNELL das geht.

Gehen Sie durch diese Zeit des Entzugs. Btten Sie gute Freunde, Sie dabei zu unterstützen. Lernen Sie Ihre Bedürfnisse, lernen Sie sich neu kennen. Das Leben auf der anderen Seite der Dunkelheit wird Sie reich belohnen.


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