fbpx

In genau einer Woche werden Henning und ich heiraten

Für mich heißt es Once again, noch einmal, und diesmal richtig und vor allem den Richtigen. Und ich weiß, wie schwierig es ist, nach narzisstischen und missbräuchlichen Beziehungen wieder Vertrauen in andere Menschen und besonders den einen Menschen an meiner Seite aufzubauen und fast noch wichtiger, in mich selbst. Heiraten nach narzisstischem Missbrauch ist herausfordernd.

Heute freue ich mich so sehr auf nächstes Wochenende, dass ich die ganze Zeit herum hopsen könnte. Mein Herz fühlt sich an wie ein überschäumender Springbrunnen. Ich spüre Liebe und Wärme im Überfluss und möchte die Welt umarmen.

Kein Vergleich zum Gefühl vor Hochzeit Nr. 1, wo auf dem Weg zum Standesamt direkt auf einer Kreuzung vor uns ein Unfall passierte und ich für einen kurzen Moment dachte: „Schon wieder ein Zeichen. Lass es!“ Ich wollte trotzdem gegen meine Intuition heiraten, gegen die Warnungen meines Körpers, meiner Seele, meiner Familie und meiner Freunde.

Damals wollte ich „Ehe schaffen“ –
dabei schaffte sie mich

Mein hehres Ziel war nicht mein eigenes Glück, sondern ihn, den ständig unzufriedenen Miesepeter, der nicht nur körperlich, sondern auch sonst viel zu alt für mich war, glücklich zu machen.

Wenn es keine Frau vor mir geschafft hat, dann wollte krampfhaft ausgerechnet ich diejenige sein, die das Wunder wahr werden lassen kann. Der Preis war ich selbst – meine Leichtigkeit, meine Freude, mein Lachen, meine Kreativität, mein Mut, meine Heimat, mein Beruf, mein Geld, mein alles. Viel zu hoch dieser Preis für ein Fass ohne Boden, in das ich mich aufopfernd ergoss und verlor.

Heute ist nicht nur der Mann an meiner Seite hundertachtzig Grad ein anderer Mensch. Ich selbst habe mich gefühlt hundertachtzig Grad gedreht. Ich habe meine Lektionen gelernt, die es gebraucht hat, um geliebt werden zu können und zu lieben. Durch Hennings bedingungslose Liebe und Annahme meiner Persönlichkeit mit allen Macken und Verletzungen und meiner Geschichte, begriff ich, lieben zu lassen. Wer mich näher kennt, weiß, das ist ein Wunder.

Was hat es gebraucht, damit dieses Wunder möglich ist?

Lassen Sie es mich Ihnen erzählen und nehmen Sie sich aus meinen Zutaten des Liebeswunders nach narzisstischem Missbrauch einfach heraus, was davon Sie spontan anspricht und probieren Sie es umgehend aus.

Auf Liebe von außen zu warten,
ist Zeitverschwendung

Lieben Sie von jetzt auf gleich sofort drauf los. 1, 2, 3 Herz-Chakra. Stopp! Klappen Sie Ihren Laptop noch nicht zu! Ich konnte dieses esoterische Gerede über Selbstliebe damals auch nicht hören. Blöderweise hab‘ ich meinen Laptop zugeklappt und mich zunächst einigen Erfüllungsgehilfen hingegeben. Kollegen aus der Arbeit und ein paar seltsame Matches, mit denen mich das Internet zusammengewürfelt hatte. Ich datete das Gegenteil meines Beuteschemas. Ich tobte mich auf Teufel komm‘ heraus aus und landete vom Regen in der Traufe.

Ziemlich wund, entschied ich, ab sofort keinen Mann mehr an mich heranzulassen. Ich probierte kurz etwas mit Frauen, aber auch das lief schief. Deshalb entschied ich GAR KEINE MENSCHEN mehr an mich heranzulassen und machte ein spannendes Selbstexperiment….

Ich lernte mich ein Wochenende lang kennen

Ich machte alle Endgeräte aus, zog sogar den Stecker meines Festnetztelefons. Kein Radio, kein Fernseher, auch kein Buch, keine Ablenkung. Wer bin ich, wollte ich dringend wissen, denn es ergab offensichtlich gar keinen Sinn, mich weiterhin mit Menschen zu verbinden, die ich abstieß oder die ich abstoßend fand. Das physikalische Gesetz der Anziehung ungleicher Pole konnte ich nicht bestätigen. Und auch das Gegenteil war nicht der Fall.

Am ersten Morgen meines Selbstexperiments wachte ich auf und blieb liegen. Heute ist Tag X sagte ich mir und fühlte in meinen Körper hinein. Hatte ich Hunger? Wollte ich noch weiterschlafen? Aus dem Bett hüpfen und Salsa tanzen? Keine Antwort. Ich blieb weiter liegen und wartete auf einen Impuls meines Körpers. Da kamen die ersten Tränen und ich dachte, das wird lustig mit mir zwei Tage lang allein.

Ich ließ mich zu Ende weinen, was ziemlich lange dauerte. Dann fragte ich mich erneut, ob ich vielleicht jetzt aufstehen wollen würde. Meine Blase meldete sich und ich hatte Durst. Doch nicht so schnell.

Ich hatte mir vorgenommen, alles, wirklich alles so bewusst zu tun, als würde ich es zum allerersten Mal in meinem Leben machen

Aufstehen zum Beispiel. Mit Schwung oder ohne Schwung? Rechtes oder linkes Bein? Wie gehe ich? Was machen meine Hände? Wie fühlt sich der Stoff auf meiner Haut an? Lieber nackt? Ist mir warm?  Brauche ich Socken? Welche Socken mag ich?

In der Küche vorm Schrank fragte ich mich, was und wie ich trinken möchte. Aus einem Glas oder Becher? Kalt oder warm? Kranwasser oder aus der Flasche? Mit oder ohne Geschmack? Wie viele Schlucke? Stehend oder sitzend?

Lauter Fragen…

Vor lauter Fragen setze ich mich direkt auf den Fußboden meiner Küche und lehnte mich an der Wand an. Was mache ich als nächstes? Muss ich überhaupt etwas machen? Ich schaute auf die Uhr. Noch achtunddreißig Stunden Zeit mit mir allein. Ich bekam einen Würgereiz und dachte, das überlebe ich nicht.

Den ganzen Tag stellte ich mir Schritt für Schritt minutiös Fragen. Fragen über Fragen. Wer fragt, führt. Und genauso war es. Ich führte mich auf diese Weise sehr bewusst durch das Wochenende. Ohne mein Zuhause zu verlassen, widmete ich mich mir selbst.

Ich baute eine Beziehung zu mir auf,
die ich so noch nie hatte.
Ich lernte zum ersten Mal in meinem Leben mich selbst kennen.

Am zweiten Tag meines Experimentes, so gegen 16:00 Uhr bedauerte ich, dass die ungestörte, unabgelenkte Beziehungszeit mit mir in acht Stunden schon wieder enden würde und ich war längst noch nicht fertig, mich ganz zu kennen. Was mir wichtig war. Was ich wirklich liebte.

Ich wollte alles über mich wissen. Deshalb beschloss ich, dieses Experiment an zwei weiteren Wochenenden innerhalb der nächsten zwei Monate zu wiederholen, bis ich zumindest den Grundkurs mit mir selbst abgeschlossen hatte.

Meine Beziehungen zu anderen Menschen haben sich anschließend geändert. Ich schnatterte nicht mehr einfach so drauflos. Ich sagte nicht mehr zu allem Ja, obwohl mir ein Nein lieber gewesen wäre.

Ich passte zum ersten Mal
in meinem Leben auf mich auf

Ich bemerkte, dass sich in der Kantine plötzlich andere Mitarbeiter:innen zu mir setzten. Die Gespräche hatten sich geändert oder ich hörte anders zu. Ich trank nicht mehr aus Verlegenheit Kaffee, sondern wollte lieber Wasser mit einem Spritzer frisch gepresster Orange, die ich mir neuerdings sehr gerne frisch vom Markt kaufte und in die Arbeit mitnahm. In der Mittagspause ging ich manchmal allein am Waldrand spazieren oder saß in der Sonne und machte einfach nichts.

Irgendwann kam Henning in mein Leben

Der Mann, den ich nächste Woche heiraten werde. Das stimmt so nicht ganz. Er war schon lange da, aber ich hatte ihn nie als einen Mann an meiner Seite für möglich gehalten. Henning war viel in der Welt unterwegs und ich freute mich über sein freies, ungebundenes Leben. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, ihn zu binden, eine Beziehung zu beginnen oder sogar zu heiraten. Wir telefonierten ab und an. So alle zwei Jahre und das fühlte sich gut an, weil erwartungslos.

Meine Resonanz hatte sich geändert und so begegnete mir Henning plötzlich ganz anders

Er lud mich zum Wandern ein. Zwei Stunden liefen wir fast wortlos durch den Wald und genossen die Gegenwart des anderen ohne jede Berührung. Wir trafen uns ein Monat später erneut zum Wandern. Ein Hauch einer Berührung, sehr respektvoll und eine feste Umarmung bei der Verabschiedung.

Bis wir das erste Mal miteinander schliefen, sind über drei Monate vergangen. Wir vereinbarten, es nur auszuprobieren. Sollte es sich blöd anfühlen, würden wir sofort abbrechen, wieder jedes zweite Jahr telefonieren und ab und zu miteinander wandern gehen.

Der Sex war sehr anders als mit meinen diversen narzisstischen Partnern davor. Er war langweilig im ersten Moment für mich, aber wertschätzend. Es fühlte sich für mich an, wie bei meinem Selbstexperiment, nur dass ich jetzt nicht allein war, sondern wir zu zweit herausfanden, was und wie jeder tickt. Dieser Prozess des miteinander Suchens und Findens hält übrigens nach fünf Jahren immer noch an und es ist überhaupt nicht langweilig. Wir entdecken ständig Neues miteinander und lachen dabei viel. Das ist wunderschön.

Nach einem halben Jahr sagten wir uns zum ersten Mal, dass wir uns lieben, weil wir uns liebten genauso wie wir waren. Mit allen Ecken und Kanten, Nickeligkeiten, Eigenarten und meinen lästigen Flashbacks aus der Vergangenheit. Henning und ich hatten damals vereinbart, dass wir einander liebevoll darauf hinweisen, wenn es sich anfühlt, als wäre der andere nicht wirklich er selbst.

„Ich liebe dich nicht, weil du rasiert oder geschminkt bist. Ich liebe dich, wenn du du bist.“

Das bedeutete für mich, dass ich auch ekelhaft sein konnte, weil ich z.B. meine Tage bekam und dennoch geliebt wurde. Ich brauchte mich nicht mehr zu verstellen und zu verkrampfen. Da war Henning, der mich liebte und der es immer noch tut, genauso wie ich eben bin.

Dank Henning lernte ich Selbstakzeptanz und Toleranz anderen gegenüber, denn auch Henning hat mal einen schlechten Tag, aber das bedeutet für unsere Liebe nur, uns weiter zu lieben. Und deshalb heiraten wir.

Wir heiraten am 23. Juni 23 standesamtlich und am 24. Juni kirchlich – Es ist ein Fest der Liebe, der Zuversicht und des Mutes

Unser Ja-Wort beim Heiraten ist gleichzeitig ein Nein zu Drama und Missbrauch, zu Manipulation, Missachtung und Angst. Wir sagen Ja zur Freude und Leichtigkeit. Ja zur Liebe auf Augenhöhe mit allen Höhen und Tiefen, die zum Leben dazugehören. Die Dualität im Miteinander – das werden wir feiern. Wir sind füreinander da und respektieren die Freiheit des anderen. Das ist ein großes Geschenk und ich wünsche es von Herzen jedem.

Ihre Regina Schrott

Wenn Sie sich selbst mit ein paar Hilfestellungen meinerseits so ganz und gar kennen lernen möchten, um so ganz herrlich mit sich glücklich sein zu können und vielleicht auch zu heiraten, empfehle ich Ihnen meine 84 Ressourcenfragen zur Selbstexpertise oder mein 8 Wochenprogramm, in das ich all mein Wissen gepackt habe, das es mir ermöglichte, so dermaßen glücklich und bei mir angekommen zu sein. Beides können Sie über unser Bestellformular bestellen.

Wenn Sie Fragen haben, kommen Sie gern in meine Sprechstunde, die immer montags zwischen 11:00 und 13:00 Uhr ist. Zum kostenlosen Buchungskalender kommen Sie hier.

Weitere Blogbeiträge, die Sie interessieren könnten…

Soll ich mich etwa für dein Geld prostituieren?

Leben Sie schon oder echoisten Sie noch?

Narziss, Echo und die Depression der Liebe


1 Kommentar

Piwi · 17. Juni 2023 um 8:35

wow!!! Wieder sehr schön geschrieben, es löst richtige Emotionen in mir aus.

krass ist der Satz mit der 1. Ehe und dem Unfall. Bei mir war es ähnlich: mein patenonkel fuhr mich und meine Schwester (Trauzeugin) zur Hochzeit. An einer der letzten Kreuzungen, hätten fast WIR einen Unfall gehabt. Viele andere komische Zeichen und bauchgefühle waren auch da. Diese hab ich aber erst im Nachhinein als Zeichen gesehen. interessant auch, dass ich dem „N“ beim reinkommen und auf ihn zulaufen nicht in die Augen schauen konnte.

Aber zurück zu dir und deinem Beitrag:
Dieses experiment klingt sehr interessant. Du hast deinen Weg gemacht, geschafft und heiratest nun endlich aus Liebe von beiden Seiten. Ich freue mich riesig für euch!!

Als alleinerziehende von 2 Kindern ist es aktuell unvorstellbar dieses Experiment auszuprobieren. Aber die “ 84 Ressourcenfragen zur Selbstexpertise“ klingen gut 🙂

Ganz liebe Grüße und alles Glück der Welt wünsche ich euch beiden !!!

Schreibe einen Kommentar

Avatar-Platzhalter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert