Missbrauch in Coaching und Therapie, das ist ein ständig aktuelles, aber wie es scheint, gerne totgeschwiegenes Thema. Besonders gravierend ist sexueller Missbrauch im therapeutischen Kontext. Laut der Medical Tribune vom 01.08.2016 wird jeder zwölfte männliche Therapeut oder Coach sexuell übergriffig.
Es besteht kein Grund zur Annahme, dass das in den vergangenen Jahren weniger geworden ist. Laut Medical Tribune besteht die Tätergruppe aus Männern, die entweder dissozial oder narzisstisch gestört sind oder sich gerade in einem Burnout befinden.
Aber es ist nicht nur sexuelle Übergriffigkeit, die gravierende Folgen hat. Narzisstische Coaches oder Therapeut/innen richten ebenso großen Schaden an wie sexuell übergriffige männliche Vertreter der Spezies.
Ich arbeite beispielsweise gerade mit einer Klientin, die nach 70 Stunden Traumatherapie retraumatisiert, arbeitsunfähig, depressiv und suizidal ist. Die Therapeutin war aggressiv, abwertend, schuldzuweisend und nahm die Klientin nicht wahr. Sie verhielt sich genauso wie die Mutter der Klientin, wodurch ein Traumabonding entstanden ist, dass die Klientin in eine immer größer werdende Abhängigkeit zur Therapeutin brachte.
Eine andere Klientin berichtete mir, dass ihre Therapeutin ständig abwertend über andere Klienten sprach.

Coaches und Therapeut*innen…

Man sollte meinen, dass Coaches und Therapeut*innen mit sich selbst im Reinen sind, bevor sie anfangen, mit anderen Menschen zu arbeiten. Das ist ein Trugschluss. Häufig leiden diese Menschen unter einem Helfersyndrom.
Laut Wolfgang Schmidbauer, der das Helfersyndrom zum ersten Mal formulierte und beschrieb, ist es ein Weg, mit einer narzisstischen Störung umzugehen. So ist es nur logisch, dass sich gerade in den helfenden Berufen viele narzisstisch gestörte Menschen befinden. Diese versuchen ihren schwachen Selbstwert dadurch auszugleichen, dass sie „Gutes“ für andere tun.
Mit fatalen Folgen. Denn letztendlich missbraucht der oder die narzisstisch gestörte Coach oder Therapeut*in seine Klienten zur Befriedigung seiner Bedürfnisse. Und ist nicht in der Lage, sie als Menschen wahrzunehmen. Schließlich verhindert der oder die narzisstisch gestörte Helfer*in durch die Projektion seiner eigenen Bedürftigkeit auf den Klienten jede Heilung bei dem Klienten. Die Therapie oder das Coaching scheitert.

Missbrauch und toxische Beziehungen in jedem Kontext

Und um auf den Kontext Missbrauch in toxischer oder narzisstischer Beziehung zurückzukommen: Der hilfesuchende Mensch baut eine neue toxische Beziehung auf, anstatt sich aus einer alten zu lösen. Der gestörte Coach oder Therapeut hat ein leichtes Spiel. Jeder der zu ihm kommt sucht Hilfe. Es besteht von vornherein ein Machtgefälle, welches er ausnutzen kann.
Viele mögen sich nun fragen, wie man solche Coaches und Therapeuten erkennt. Ganz einfach. So, wie man andere Narzissten auch erkennt. Solche Therapeuten oder Coaches sind abwertend, reden nur von sich, machen Schuldzuweisungen, nehmen den Klienten nicht ernst, lästern über andere Klienten oder Kollegen, unterbrechen die Sitzung für Telefonate, sie sind übergriffig, grenzverletzend und aggressiv und verschiedenes mehr.
Der gestörte Therapeut schlägt sich leicht auf die Seite des Täters. Aussagen wie „nun, da haben Sie doch selbst Schuld“ oder „Sie stellen sich da doch etwas an“ entlarven den narzisstischen Therapeuten oder Coach. Nicht nur, dass die Opfer keine Hilfe bekommen, sie werden auch noch zu Tätern gemacht. Typische Täter-Opfer Schuldumkehr.
Eine gute Darstellung der Thematik gibt Katharina Naß in ihrer Masterarbeit „Der narzisstische Missbrauch in der Beratung und Therapie“.
Wen es interessiert, dem empfehle ich diese mal zu lesen.

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Arne Salisch ist Heilpraktiker für Psychotherapie und Kooperationspartner von Narz mich nicht®.

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