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    Wieso ist es eigentlich so schwer und verdammt anstrengend, eine missbräuchliche Beziehung zu verlassen? Aus welchem Grund fällt es nicht leichter, eine gesunde Beziehung zu führen? Wieso muss ich weiterhin an ihn/sie denken?
    Haben Sie sich das auch schon einmal gefragt? Es sind Gewohnheiten, Gedankenmuster und Glaubenssätze, die es so schwer machen.

    Gewohnheiten sind wie Trampelpfade

    Ich vergleiche Gewohnheiten immer gerne mit Trampelpfaden. Und wenn es um unser Gehirn geht sind sie auch nur das: Trampelpfade. Gerne möchte ich heute mit Ihnen ein wenig in die Schaltzentrale unseres Lebens eintauchen. Nicht zu sehr, aber so können wir der, oft erschreckenden, Situation einer toxischen Beziehung die Emotionen nehmen.

    Erstmal gehen wir aber zurück zu den Trampelpfaden. Stellen Sie sich vor, Sie sind auf dem Weg zur Arbeit und ja, Sie kürzen gerne etwas ab, das tun wir Menschen gerne. Sie haben zwischen Bushaltestelle oder Parkplatz zwei Möglichkeiten: Sie gehen übers Gras oder den asphaltierten Weg, der ein kleines Bisschen länger ist. Was meinen Sie, für welchen Weg entscheiden Sie sich?

    Wenn Sie sich mal auf dem Weg zur Arbeit oder bei einem Spaziergang umsehen werden Sie erkennen, wie viele Trampelpfade es gibt. Daran erkennen Sie, wie oft dieser Weg schon gegangen wurde. Natürlich werden diese Wege von mehreren Menschen genutzt. Aber das Prinzip bleibt das selbe: Wege, die oft gegangen werden, treten sich ein. 

    Aber nicht nur Menschen gehen gerne immer wieder die gleichen Wege. An meinem Wohnort gibt es viele Rehe, die überall lang laufen. Ihre Lieblingswege erkennt man schnell, denn auch in den Bereichen, die im Naturschutzgebiet liegen, kann man aus der Ferne Trampelpfade erkennen. Und auch mein Hund hat sich im Garten einen Trampelpfad erlaufen, von der Terrasse bis zu seinem liebsten Aussichtsplatz. Auch diese wunderbaren Tiere haben ihre Gewohnheiten. Vielleicht fallen Ihnen noch Beispiele aus Ihrem eigenen Leben ein?

    Wenn es nun eine Gewohnheit gibt, die wir gerne ändern möchten, kann es schwierig werden. Denn der Trampelpfad ist wahrscheinlich schon so tief eingetreten, dass wir ihn ohne Nachzudenken gehen.  Aber es ist machbar, ganz egal, um welche Gewohnheit es sich handelt, versprochen.

    Was hat das nun mit unserem Hirn zutun?

    Zurück geht es zur Schaltzentrale unseres Lebens. Ein paar Begriffe möchte ich zu Beginn erklären, falls Ihre letzte Auseinandersetzung mit diesem Thema schon etwas her ist.

    NeuronenÜbermittler der Impulse, übertragen sensorische Signale und motorische Befehle

    Synapse = Verbindung für Übertragung von Reizen zwischen Nerven- oder Sinneszelle und einer anderen Nervenzelle oder einem Muskel

    Ein durchschnittliches Neugeborenes hat über 41% mehr Neuronen als ein durchschnittlicher Erwachsener, das ergaben Untersuchungen der Forscher der Universität Oxford. Auf den ersten Blick ergibt dies wenig Sinn, denn Erwachsene können ja viel mehr Dinge – und sie können sie viel besser. Babys müssen viele Dinge ganz neu erlernen, wofür es extrem viele Nervenverbindungen benötigt. Im Laufe des Lebens werden die Verbindungen, die nicht benötigt werden, abgeschaltet und die häufig verwendeten werden verstärkt.

    Denken Sie jetzt an Ihr liebstes Hobby und ersetzen Sie im Kopf gerne mein Beispiel durch Ihres.
    Eine Person, die seit ihrem vierten Lebensjahr Ballett tanzt, wird mit jedem Training die neuronalen Verbindungen verstärken. Diese werden immer effizienter und schneller, wodurch diese Person eine Verbesserung ihres Tanzstils wahrnehmen wird.

    Und solche starken neuronalen Verbindungen haben Sie viele, viel mehr als Sie sich bewusst sind. Gerne können Sie über die folgenden Beispiele nachdenken und sie durch die Gewohnheiten ergänzen, die Sie aus Ihrem eigenen Leben kennen. Morgens das Bett machen, Zähne putzen, Kaffee oder Tee zubereiten,. Das sind schöne Dinge, die man gerne in den Alltag integriert. 

    Vielleicht kennen Sie aber auch die folgenden Denkgewohnheiten oder möchten diese ergänzen? Selbstvorwürfe, nie kann ich es jemandem recht machen, ich bin nicht gut genug, ich habe es verdient… 

    S T O P !

    Wenn Sie diese Denkgewohnheiten von sich kennen, dann möchte ich Ihnen etwas sagen. Diese Gedanken sind nicht wahr. Es sind GEWOHNHEITEN. Vielleicht hat Ihnen gegenüber jemand diese Sätze gesagt? Oder jemand hat Sie durch sein Verhalten dazu gebracht, so von sich zu denken? Und dann haben Sie diese Sätze so oft gedacht, dass sie sich eingebrannt haben. So oft, dass sie wie ein Trampelpfad eingetreten wurden und jetzt immer noch sichtbar und spürbar sind. Verlassen Sie diesen Weg.

    Und ich habe eine weitere Nachricht für Sie:

    Wir können unsere Gewohnheiten IMMER verändern

    Denn unser Hirn ist zu etwas Großartigem in der Lage. Die wunderbaren Worte lauten Neuroplastizität des Gehirns. Das bedeutet, dass unser Hirn ein Leben lang fähig ist, neue Verbindungen zu erstellen. Wir sind nicht auf das angewiesen, was wir als Kinder erlernt haben. Es ist möglich, dass Sie neue Dinge erlernen und diese zu Ihren Gewohnheiten machen.

    Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Kennen Sie diesen Satz? Er funktioniert auch anders: Wir lassen uns von anderen so behandeln, wie wir uns selbst behandeln. Das ist kein schöner Satz, aber wahr ist er. wer sich selbst gut behandelt, wer nett zu sich selbst spricht, wird die Gemeinheiten eines toxischen Partners oder einer toxischen Partnerin nicht hinnehmen. Wer sich selbst gut behandelt wird früh genug Grenzen gesetzt haben, damit es gar nicht so weit kommt.

    Und das ist genau der Weg, den Sie für sich selber gehen können. Seien Sie gut zu sich selbst, damit Sie nur die Menschen in ihr Leben ziehen und halten, die Ihnen gut tun.

    Neue Wege gehen

    Es kann schwierig sein, einen neuen Weg einzuschlagen. Unser Hirn geht gerne eine Abkürzung und nimmt die Wege, die es bereits kennt. Das bedeutet, dass es ganz normal ist, wenn Sie Schwierigkeiten dabei haben, gut zu sich zu sein. Es muss jeden Tag eine bewusste Entscheidung sein, eine Entscheidung für Sie selbst. Und Sie können Tools benutzen und sich Unterstützung von außen holen.

    Haben Sie schon einmal eine Pro und Contra Liste gemacht? Dieses Tool können Sie anwenden, um sich selbst daran zu erinnern, wieso Sie sich für sich selbst entscheiden. Diese Liste darf dann gerne Contra toxische Beziehung, pro Selbstliebe sein, denn es gibt keinen Grund für diese toxische Beziehung – außer dass es gewohnt ist. Aber Sie wissen ja, dass Sie sich auch an das Gute gewöhnen werden.

    Ich kann selbst bestimmen, was ich am Tag esse. Auf dem Tisch landen nur noch die Lebensmittel, die mir gut schmecken. Ich kann alleine bestimmen, wofür ich mein Geld ausgebe. Wenn ich spazieren gehe muss ich keine Angst mehr haben, andere Menschen anzusehen und dafür eine Eifersuchtsszene zu erleben. Statt Tobsuchtsanfälle werde ich keine Angst mehr haben müssen, ich werde Ruhe haben. Ergänzen Sie diese Sätze gerne durch das, worauf Sie sich in einem Leben ohne toxische Beziehung freuen.

    Ein wunderbarer Begleiter kann dabei das 8 Wochen Programm von Regina Schrott sein. Es unterstützt Sie dabei, nach einer toxischen Beziehung wieder zu Ihrem Selbst zu finden. Sie werden ihre eigenen Bedürfnisse und Werte erkennen und unabhängig sein, um wieder neu zu lieben und zu vertrauen – sich selbst und andere.

    Ich möchte Sie mit weiteren Blogbeiträgen zu diesem Thema begleiten.

    Alles Gute und bis bald,
    Marie Sophie Schwarz

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      Wenn Sie ein kostenloses Beratungsgespräch zum Thema Co-Abhängigkeit von Narzisst*innen, toxische Beziehungen und wie kommen Sie da raus mit Marie Sophie Schwarz möchten, können Sie sich im Buchungskalender eine kostenlose 30-minütige Erstberatung buchen.

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      Hier finden Sie Erste Hilfe Tipps im Umgang mit Narzissen

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