Wann bin ich endlich heile? Heilung ist ein spannendes, trauriges, steiniges, glückliches, wunderschönes Thema. Und ziemlich verwirrend. 

Ich möchte Sie einmal in meinen Kopf einladen. Vielleicht kennen Sie ja die Gedanken, die ich mir mache. Es gab diesen Punkt, an dem ich mir dachte Jetzt habe ich es geschafft. Ich habe mein Leben und meine Gefühle nach der toxischen Beziehung wieder im Griff. Und dann gibt es die erste Phase, in der es wieder ganz anders ist. In der ich es nicht schaffe, mich regelmäßig bei meinen Freunden zu melden. In der ich schusselig bin, oft traurig und denke mir Was soll das denn jetzt? Es ging mir doch so gut. 

Kennen Sie das? Eins möchte ich Ihnen direkt sagen: Es ist ok, wenn Sie auch mal schlechte Phasen haben. Das bedeutet nicht, dass sie versagt haben. Versagen gibt es nicht.

Um Heilung zu begreifen, möchte ich einmal die WHO (World Health Organisation) zitieren, danach bleibt es aber (versprochen) weniger wissenschaftlich:

„Gesundheit ist ein positiver funktioneller Gesamtzustand im Sinne eines dynamischen biopsychologischen Gleichgewichtszustandes, der erhalten bzw. Immer wieder hergestellt werden muss“ (1986)

Was bedeutet das? Gesundheit ist ein Ziel, welches wir zeitlebens aktiv verfolgen müssen. Sie ist von verschiedenen Faktoren abhängig und wir können sie (kurzzeitig) verlieren, aber auch wiederherstellen.

Ich denke, dass es mit der Heilung genau so verläuft.

Was meine ich denn eigentlich mit „heile“?

Das ist nur meine eigene Definition und darf von Ihnen gerne ergänzt oder auch weiter verändert werden.

Um es kurz zu sagen: Es ist der gegenteilige Zustand von dem, den ich in einer toxischen Beziehung habe.

Etwas weiter ausformuliert: Wenn ich heile bin, passe ich gut auf mich selbst auf. Ich bin mir bewusst, dass ich von anderen gut behandelt werden möchte. Um das zu erreichen, gibt es Grenzen, mit denen ich mich selbst schütze. Wenn jemand meine Grenzen nicht beachtet, kann ich mich von diesem Menschen lösen. Ich umgebe mich mit Menschen, die ich gerne mag und die mir gut tun. Außerdem behandel ich mich selbst gut.

Ein spannendes Thema: Wie behandelt man sich selbst gut? Eine Sache, die ich lernen musste und auch immer noch regelmäßig üben muss, ist es „Nein“ zu sagen.

Nein zu Verabredungen, wenn ich müde bin oder einfach Zeit für mich brauche. Zu Aufgaben auf der Arbeit, die auch jemand anders erfüllen kann oder die Zeit haben, sodass ich sie später erledige. Nein zu Lebensmitteln, die mir zwar schmecken, mir aber nicht gut tun. Zu meiner Lieblingsserie, weil es mir gerade besser tun würde, ein Buch zu lesen oder zu schlafen. Nein zum Sport, weil mein Körper Regeneration mehr braucht als ich gerade den Ego-Push. Zu der ständigen Erreichbarkeit per Messengern und Social Media.

Oft sind wir getrieben von falschen Erwartungen unserer Leistungsgesellschaft. Höher-Schneller-Weiter, kennen Sie das von sich selbst? Wo bleiben wir selbst zwischen den geleisteten Arbeitsstunden, der liebevollen Aufopferung für die Familie und Freunden und den tollen sportlichen Erfolgen, die man on top bringen muss?

Fragen Sie sich bitte einmal:

Gibt es etwas, wozu ich zu oft Ja sage?
Darf ich in bestimmten Situationen lernen, Nein zu sagen?
Welche Situationen sind das?

Es können ganz kleine Dinge sein, durch die Sie sich selbst etwas Druck rausnehmen.
Ich persönlich habe meine Messenger alle auf stumm geschaltet. Wenn mir jemand bei WhatsApp schreibt kann ich es erst sehen, wenn ich die App geöffnet habe.
Außerdem horche ich in meinen Körper hinein, was er gerade braucht.


Für Sie habe ich die Übung zum Hineinhorchen einmal aufgeschrieben.

Hineinhorchen

  1. Setzen Sie sich auf einen Stuhl (oder auch gerne Ihre Couch, einen Sessel…)

  2. Schließen Sie die Augen und legen Sie eine Hand auf Ihren Bauch, die andere auf Ihren Brustkorb

  3. Atmen Sie viermal tief durch den Mund aus und durch die Nase wieder ein. Versuchen Sie zu spüren, wie sich ihre Hände beim Atmen auf- und ab bewegen.

Stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  1. Mit welchen Körperteilen spüre ich Kontakt zu meiner Sitzgelegenheit (mindestens drei)?

  2. Welche Geräusche höre ich gerade um mich herum?

  3. Gibt es Gerüche, die ich wahrnehmen kann?

Wenn Sie diese sechs Schritte durchgeführt haben, haben Sie sich etwas runtergefahren. Sie haben sich losgelöst von den äußeren Einflüssen, die Ihre Sinne vorher getrübt haben. Jetzt können Sie besser wahrnehmen, was Ihr Körper gerade braucht.

Meiner Erfahrung nach ist „heile“ kein Zustand, den wir einmal erreichen und dann nie wieder verlieren. Um ehrlich zu sein kann dieser Zustand zeitweise sehr wacklig sein. Und es kann Phasen geben, in denen es einem vorkommt, als wären alle Fortschritte dahin. Als hätte man nichts erreicht. Spoiler: Das stimmt nicht! In diesen Phasen werden Sie daran erinnert, sich wieder häufiger etwas Gutes zu tun. Machen Sie Entspannung und Selbstfürsorge zu einem Teil Ihres Alltags, wie das Zähneputzen – oder das Atmen.

Deswegen möchte ich Sie ganz herzlich zu meinem aktuellen Entspannungskurs einladen, der am 24.11.2021 startet. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

Alles Liebe,
Ihre Marie Sophie

grüner Strich

Wenn Sie ein kostenloses Beratungsgespräch zum Thema Coabhängigkeit von Narzisst*innen, toxische Beziehungen und wie kommen Sie da raus mit Marie Sophie Schwarz möchten, kontaktieren Sie Frau Schwarz direkt über schwarz@narz-mich-nicht.de

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Avatar-Platzhalter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.