Im DSM5 (Diagnostisches und Statistisches Handbuch psychischer Störungen) gibt es neun entscheidende Merkmale zur Klassifizierung von Narzisstischer Persönlichkeitsstörung (NPS). Wenn fünf dieser Merkmale auf einen Menschen zutreffen, spricht man von einer Störung, unter fünf dieser Merkmale von einem narzisstischen Verhalten.



Jeder von uns verhält sich ab und zu narzisstisch, z.B. wenn es um persönliche Vorteile geht oder um Erfolg im Beruf. In einem sozialen Rahmen gehalten, spricht man auch von gesundem Egoismus. Bei Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist dieses Verhalten allerdings andauernd und komplett unreflektiert. Diesen Menschen fehlt der emotionale Empathiewille, wo hingegen ihre kognitive Empathie sehr ausgeprägt und einzig und alleine auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist.

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung können blitzschnell ihre Mitmenschen auf Schwächen und Stärken durchscannen und sie dann dahingehend manipulieren und missbrauchen. Da diesen Menschen auch die emotionale Empathie zu sich selbst fehlt, weil sie oft in ihrer Kindheit keine Liebe um ihrer Selbst erfahren haben und somit nicht wissen, was Liebe ist, benötigen sie die Gefühle anderer Menschen, um sich selbst zu spüren. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Vampirismus.

Besonders das Leid anderer Menschen, das ein Narzisst ausgelöst hat, erzeugt bei einem Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung Genugtuung. Dafür gibt es zwei naheliegende Gründe: Erstens lassen sich unterdrückte Menschen leichter kontrollieren und zweitens kann sich ein Narzisst nur im Vergleich zu anderen Menschen wahrnehmen. Da ein Narzisst niemals leidender als ein anderer Mensch sein möchte, sorgt er oder sie dafür, dass es dem anderen immer schlechter geht.

Da sich Gefühle wie Glück und Freude (ausgelassen, wild und frei) nur schwierig in den Augen eines Narzissten kontrollieren lassen, herrscht rund um einen Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung meist Leid und Traurigkeit und emotionaler Mangel (vgl. Zuckerbrot und Peitsche).

Ob eine narzisstische Persönlichkeitsstörung in den Genen verankert ist oder anerzogen wird, ist noch nicht geklärt. Die Wissenschaft ist bei dieser schwierigen Thematik leider erst am Beginn der Forschung.



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