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	<title>Geschlechterrollen Archive - Narz mich nicht®</title>
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	<description>Narzissmus. Verstehen. Lösen.</description>
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	<title>Geschlechterrollen Archive - Narz mich nicht®</title>
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		<title>Welche Rolle spiele ich da gerade?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Nikolov-Bruckner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jan 2025 16:18:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
		<category><![CDATA[dysfunktionale Beziehungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Welche Rolle spiele ich da gerade? Wie bewusst sind wir uns all der Rollen, die wir auch unbewusst (weiter)spielen!? Ja natürlich! Beim Begriff Rolle denken viele sehr rasch an Film, TV und Theater, und bekannte/beliebte SchauspielerInnen und sehen diese Akteure und Aktricen dann meist hauptsächlich in dieser Rolle. Dabei macht<a class="moretag" href="https://narz-mich-nicht.de/blog/welche-rolle-spiele-ich-da-gerade"> Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://narz-mich-nicht.de/blog/welche-rolle-spiele-ich-da-gerade">Welche Rolle spiele ich da gerade?</a> erschien zuerst auf <a href="https://narz-mich-nicht.de">Narz mich nicht®</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Rolle spiele ich da gerade? Wie bewusst sind wir uns all der Rollen, die wir auch unbewusst (weiter)spielen!?</p>
<p>Ja natürlich! Beim Begriff Rolle denken viele sehr rasch an Film, TV und Theater, und bekannte/beliebte SchauspielerInnen und sehen diese Akteure und Aktricen dann meist hauptsächlich in dieser Rolle. Dabei macht man sich meist auch keine Gedanken darüber, dass DarstellerInnen eben beruflich Rollen spielen, die vielfach möglicherweise genau dem entgegengesetzt sind, was sie im Leben darstellen.</p>
<p>Selbst aus dieser Branche kommend (die ersten 10 Berufsjahre meines Lebens hatte ich am Theater und im Film/TV unterschiedlichste Rollen gespielt) war mir lange noch nicht klar, dass wir alle auch im täglichen Leben unterschiedlichste Rollen spielen. Eines scheint aber allgemeine Gültigkeit zu haben: Nur wenn man/frau erst einen gewissen „Promistatus“ erreicht hat, kann man sich die Rollen selbst aussuchen.</p>
<h2 style="text-align: center;">Aber auch in den „kleinen Rollen“ schlummern viele spannende Nuancen und Momente</h2>
<p>Im Nachhinein betrachtet, wird mir immer klarer, dass das Interessanteste an diesem Beruf (der leider auch seine schlimmen Schattenseiten hat) ist, dass er implizit auch eine große Chance zur Persönlichkeitsentwicklung bietet: Die Chance, in neuen Rollen auch wieder bestimmte Seiten und Persönlichkeitsnuancen von uns selbst kennenzulernen, ist groß (so einem nicht lästige RegisseurInnen einen Strich durch die Rechnung machen).</p>
<p>Das Schöne an den vorübergehenden Theater- oder Film-Rollen ist: Man verlässt die Bühne (oder das Filmset) immer wieder, und kann die Rolle in der Garderobe zurücklassen! Man kommt zur nächsten Vorstellung und streift sich mit Kostüm und Maske wieder ein Stück der Rolle äußerlich über. Sänger singen sich stimmlich ein – und die Musik gibt ihnen teilweise schon vieles von Charakter und Stimmung bzw. Situation vor. Dann bringen sie körperliche und stimmliche Höchstleistungen und dazu auch noch recht beachtliche Leistungen in der Rollengestaltung.</p>
<h2>Was gehört nun also zu einer Rolle, wie ist sie gekennzeichnet, und welche Arten von Rollen gibt es?</h2>
<p>Jetzt mal abgesehen von den Rollen in der darstellenden Kunst: Wir spielen alle auch im täglichen Leben ganz viele Rollen, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. Am häufigsten finden wir uns in von Kindheit an geprägten Familien-Rollen. Diese Rollen bekommen wir meist schon ab der frühen Kindheit von unseren Bezugspersonen übergestülpt! Nur selten werden wir uns dessen vollständig bewusst und daher spielen wir den größten Teil unseres Erwachsenen-Lebens diese Rollen weiter.</p>
<p>Die Psychoanalyse hat dies zum ersten Mal sehr klar in den Fokus ihrer Lehre und ihrer Therapie-Ansätze gestellt. Auch wenn Freuds diesbezügliche Erklärungsansätze inzwischen in vieler Hinsicht revidiert wurden (nicht immer trägt grundsätzlich nur die „böse Mutter“ an allem Übel Schuld), hat er hier Pionierarbeit geleistet.</p>
<p>Wir wissen inzwischen, dass bestimmte prägende Phasen, die nicht nur immer auf das Kleinkindalter beschränkt sind, auf unser späteres Leben einen wichtigen Einfluss haben. Viele Therapieformen bauen auch auf dieser Idee als Basis ihrer Behandlungsformen auf.</p>
<h2 style="text-align: center;">Dies soll aber nicht dazu verleiten, für alle Probleme im Leben allein nur die Eltern verantwortlich zu machen</h2>
<p>Solche Pauschal-Schuldzuweisungen halte ich für eine recht bequeme Haltung. Sie sollten uns nicht der Verpflichtung entbinden, uns mit dieser Zeit und ihren Prägungen, und möglichen Traumatisierungen auseinanderzusetzen.</p>
<p>Diese Analysen sollten zumindest in Grundzügen eine Aufarbeitung der Rollen beinhalten, die wir so im täglichen Leben, größtenteils unbewusst spielen. Erst wenn wir diese Rollen kennen, können wir uns klar machen, womit diese Rollen verbunden sind. Das hilft uns, sie in vielerlei Hinsicht in den Griff zu bekommen. Erst dann können wir versuchen „nicht mehr mitzuspielen“, nicht mehr außengeleitet zu agieren, sondern uns selbstbestimmt auszusuchen, welche Rollen wir wirklich verkörpern wollen.</p>
<h2 style="text-align: center;">Apropos „verkörpern“: Unsere sozialen Rollen haben alle eine bestimmte körperliche Komponente</h2>
<p>Auch das ist ein wichtiger Aspekt, den wir uns bewusst machen sollten. Viele Studierende des Fachs Schauspiel können ein Lied davon singen, wie sehr bestimmte Rollen bestimmte „Haltungen“ und Bewegungsmuster beinhalten. Diese Haltungs- und Bewegungsmuster können sich auch bei unseren sozialen Rollen, wenn wir sie lange genug „spielen“ auf unsere Körperhaltung und -bewegungen bleibend auswirken. Jemand der immer die Rolle des sozialen „underdogs“ spielt wird automatisch eine entsprechende Körperhaltung nach außen tragen. Dies  kann es dominanten Persönlichkeiten leicht machen, diese Person zu dominieren oder zu unterdrücken.</p>
<p>Wenn Rollen einmal in bestimmten immer wiederkehrenden Mustern „eingeschliffen“ sind, wird es immer schwerer, sich aus ihnen zu befreien. Das gilt innerhalb von persönlichen Beziehungen, Paarbeziehungen, familiären Rollenmustern – aber ganz besonders auch im beruflichen Umfeld.</p>
<p>Natürlich spielen hier auch gesellschaftliche Erwartungen mit hinein, die mit bestimmten Rollenmustern verknüpft sind: Man denke hier nur an gängige Geschlechterrollen! Dieses Feld ist zwar in Bewegung geraten, das heißt aber nicht, dass gewisse Fortschritte sich nicht auch wieder auflösen könnten.</p>
<h2 style="text-align: center;">Sehr oft schlägt das Pendel wieder zurück</h2>
<p>Zum Beispiel zeigt sich, dass sich im Rahmen von gesellschaftspolitischen Entwicklungen, die Frauen mehr Rechte und Möglichkeiten einräumen sollten, plötzlich wieder heftige Gegenströmungen auftun.</p>
<p>Manche einst rebellierende Mutter (heute schon eher Großmutter), die sich in der Frauenbewegung der 1970er Jahre engagiert hatte, mag verwundert darüber sein, wieviel Zeit die Tochter oder Enkelin mit Schmink- und Schönheits-Trends auf Social Media aufwendet. Zugegeben – die Bandbreite der Rollenidentifikationen und Rollenerwartungen hat sich wesentlich verbreitert, wie auch die non-binären Geschlechterzuschreibungen zeigen.</p>
<h3 style="text-align: center;">Wir haben die Möglichkeit, die jeweiligen gesellschaftlichen Rollen viel weiter zu definieren und auch zu leben als bisher</h3>
<p>Das zeigt sich vor allem bei jungen Menschen. Einerseits belegen verschiedene Studien, dass vielfach ein „Neobiedermeier“ in der Generation der jungen Erwachsenen um sich greift, in der alte Rollenmuster wieder hochgehalten werden: Häuschen im Grünen – Mann als Familienernährer – und Mutter, die aufgrund von fehlenden KiGa (KiTa)-Plätzen und unterstützender Herdprämie lieber „zu Hause bleibt“. Anderseits können junge Menschen mit fließenden Übergängen von Geschlechter-Rollenmustern spielen und aus alten Korsetten ausbrechen.</p>
<p>Allerdings lässt sich bei all diesen Entwicklungen nicht verhehlen, dass viele von uns oft ihre früh erlernten Rollenmuster nicht ablegen können – oder eventuell in frühere Muster wieder zurückfallen. Manche Rollenzuschreibungen halten sich hartnäckig; z.B.: dass Frauen im höheren Management offenbar nichts zu suchen hätten, bzw. dafür nicht „geeignet wären“, womit das anhaltende Fehlen von Frauen innerhalb der bestbezahlten Aufsichtsrat-Posten oft erklärt wird.</p>
<p>Die sogenannte „gläserne Decke“ &#8211; ein Begriff aus den 1970er Jahren &#8211; der zeigen soll, dass Frauen selbst bei bester Qualifikation ab einer bestimmten Karrierestufe hängen bleiben, spricht hier eine deutliche Sprache.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2025/01/Welche-Rolle-spiele-ich-da-gerade-Blogbeitrag-fuer-Narz-mich-nicht-von-Eva-Nikolov-Bruckner.png" alt="" width="880" height="495" class="wp-image-19375 aligncenter" srcset="https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2025/01/Welche-Rolle-spiele-ich-da-gerade-Blogbeitrag-fuer-Narz-mich-nicht-von-Eva-Nikolov-Bruckner.png 1280w, https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2025/01/Welche-Rolle-spiele-ich-da-gerade-Blogbeitrag-fuer-Narz-mich-nicht-von-Eva-Nikolov-Bruckner-300x169.png 300w, https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2025/01/Welche-Rolle-spiele-ich-da-gerade-Blogbeitrag-fuer-Narz-mich-nicht-von-Eva-Nikolov-Bruckner-768x432.png 768w" sizes="(max-width: 880px) 100vw, 880px" /></p>
<h3 style="text-align: center;">Was bleibt?</h3>
<p>Ein Bewusstmachen und Hinterfragen von alten Rollenmustern auf allen Seiten wäre wünschenswert; ist aber zugegeben ein langwieriger und mühsamer Prozess!</p>
<p>Dennoch, eine andere Wahl als unsere Rollenmuster auf den Prüfstand zu stellen und zu versuchen, diese bei uns selbst (und auch anderen) aufzubrechen, haben wir nicht!</p>
<p>Auch ich kann nicht umhin, als mir immer wieder einzugestehen, dass ich oft viel zu lange bei bestimmten Rollenerwartungen mitgespielt hatte – sowohl privat wie beruflich! Es ist ja auch teilweise recht bequem, möglichst wenig von Mustern und Rollenerwartungen abzuweichen.</p>
<h3 style="text-align: center;">Viel zu schnell ist man in eine Rolle &#8211; meist unbewusst &#8211; eingestiegen und kommt dann sehr schwierig wieder heraus</h3>
<p>Das gilt in privaten wie in beruflichen Beziehungen!</p>
<p>Hier ein ganz simples Beispiel aus dem Büroalltag, vor allem wenn hier Aufgaben nicht klar geregelt sind: Das Druckerpapier im Kopierer ist ausgegangen und es gibt keine klar dafür zuständige Person. Sie haben es eilig und müssen rasch etwas ausdrucken/kopieren &#8211; wie immer. Sie holen also Papier und füllen nach. Man (ihre Umgebung) nimmt das mehr oder weniger klar und bewusst wahr… und schon haben Sie die Rolle der „Druckerpapier-Besorgerin“. D.h.: Sie kümmern sich ab nun um Dinge, die zwar nicht direkt in Ihren Aufgabenbereich fallen, aber „irgendwer muss es ja machen…“. So werden Sie ganz rasch zur „Kümmerin“ oder so, der man dann eventuell freundlich auf die Schulter klopft, vielleicht noch mit einem großzügigen „danke dir!“</p>
<p>Ähnliches – Sie sollen eine Aufgabe erledigen, bekommen dafür aber die notwendigen Voraussetzungen nicht zur Verfügung gestellt (ein Beispiel aus meiner Rolle als „Erledigerin“). Ich bekomme ein aufmunterndes „du wirst das schon machen!“ (will heißen: „du hast das ja schon immer hingekriegt“ – auch ohne die notwendigen Voraussetzungen!!) – und wieder habe ich brav meine Rolle gespielt…</p>
<p>Tja, so viel zum Thema &#8222;Aussteigen aus einer Rolle“ und der alles entscheidenden Frage: Welche Rolle spiele ich da gerade?</p>
<p>Aber ich kann auch das Nein-Sagen lernen und dabei ganz bewusst, das ständige Ja-Sagen verlernen; das ist der Beginn eines Rollenwechsels, denn&#8230;</p>
<h3 style="text-align: center;">Was wir gelernt haben, lässt sich immer auch umlernen!!!</h3>
<p>Am besten wir beginnen gleich heute damit! Womit fangen Sie jetzt an? Schon eine Idee? Wenn nicht, dann fragen Sie sich: Welche Rolle spiele ich da gerade? und wenn Ihnen die Rolle nicht (mehr) zusagt, leiten Sie die Veränderung direkt ein &#8211; peu á peu.</p>
<p>Herzlichst Ihre Eva Nikolov-Bruckner<br />
Psychologin und Kooperationspartnerin aus Wien</p>
<p><img decoding="async" src="https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2019/12/Trenner.jpg" alt="grüner Narz mich nicht Strich" width="1920" height="44" class="alignnone size-full wp-image-1381" srcset="https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2019/12/Trenner.jpg 1920w, https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2019/12/Trenner-600x14.jpg 600w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<p><a href="https://narz-mich-nicht.de/ueber-uns/kooperationspartner/eva-nikolov-bruckner" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff6600;">Eva Nikolov-Bruckner</span></strong></a> macht u.a. auch die <a href="https://narz-mich-nicht.de/gutachtenvorbereitung" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff6600;"><strong>Gutachtenvorbereitungen</strong></span></a>, wenn Ihnen von Gerichtswegen ein Familien psychologisches Gutachten ans Herz gelegt wird (Gutachten sind IMMER freiwillig!)</p>
<p>Mit <a href="https://narz-mich-nicht.de/regina-schrott" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff6600;">Regina Schrott</span></strong></a> &#8211; Gründerin von Narz mich nicht® &#8211; hat Eva Nikolov-Bruckner das Buch &#8222;Narzissmus ist anstrengend&#8220; geschrieben, das im <a href="https://narz-mich-nicht.de/empathie-verlag" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff6600;">EMPATHIE Verlag</span></strong></a> erschienen ist. Sie können das Gemeinschaftswerk auch über <a href="https://www.amazon.de/Narzissmus-ist-anstrengend-Normalit%C3%A4t-Krankheit/dp/3911134029/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=G8M8OJUX00Z&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Gs1RtfyEa1uYDSgvKQ5CorIQgYb4uWRthdCy45Tntg5L0MO4fGWTpGRUH2Xh6fUkZME0yRKB1TAPLyi9GvxNJNMyuga6joRnVqanBJTtBsqsMsEdTAv8JgcLDokK1fJiFbCOpPXhYBS8WgNo8SVk3tQTYjTy7bAJJn_nrTIeRqgYVYscK4Ets1Ni-I1ZMUF7ASQwnnu27hc6U1BWREiNHHbY4Wz5-KZY6SScKsRDYOg.w6S6LgqwJZdFUxK2I1eSRnp-HwuNe09fFiLHrI4Ld1g&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Narzissmus+ist+anstrengend&amp;nsdOptOutParam=true&amp;qid=1737461543&amp;sprefix=narzissmus+ist+anstrengend%2Caps%2C115&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff6600;">Amazon bestellen</span></strong></a> oder direkt über unseren Verlag.</p>
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		<title>Scham und Schuld in Beziehungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Nikolov-Bruckner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2024 14:01:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Narzissmus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir sind von unserer jeweiligen Gesellschaft seit unserer Geburt auf ein „soziales Geschlecht“ gepolt. Auch wenn sich zurzeit hier gesellschaftlich viele Neuerungen in der Queer-community anbahnen und sich inzwischen ebenso in der Gesetzgebung Einiges verändert hat &#8211; das Thema Schuld und Scham in Beziehungen hält an. Wir laufen alle mit<a class="moretag" href="https://narz-mich-nicht.de/blog/scham-und-schuld-in-beziehungen"> Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Wir sind von unserer jeweiligen Gesellschaft seit unserer Geburt auf ein „soziales Geschlecht“ gepolt. Auch wenn sich zurzeit hier gesellschaftlich viele Neuerungen in der Queer-community anbahnen und sich inzwischen ebenso in der Gesetzgebung Einiges verändert hat &#8211; das Thema Schuld und Scham in Beziehungen hält an.</h2>
<p>Wir laufen alle mit sehr stark wirkenden geschlechtsspezifischen „Prägungen“ herum, die uns zu vielen unbewussten Handlungen treiben. Wir haben tief in unserem Bewusstsein viele sogenannte „Glaubenssätze“, die nach wie vor unser Verhalten im Alltag steuern. Selbst wenn wir mit unserem Kopf zu Vielem inzwischen NEIN sagen würden. Sigmund Freud hatte mit seiner Theorie der Persönlichkeitsschichten wohl vielfach recht, wenn er behauptete, dass die uns innewohnenden Persönlichkeitsanteile unser Leben auf unbewusster Ebene stark steuern.</p>
<p>Natürlich braucht jede Gesellschaft ihre Normen und Regeln. Das hatte uns über die Jahrtausende hinweg das Überleben in Gruppen ermöglicht. Wer sich nicht an die gesellschaftlichen Regeln hielt, wurde sanktioniert.  Das ging von kleineren Strafen wie Ermahnungen, Beschimpfungen über körperlich Strafen bis zum Ausschluss aus der Gemeinschaft. Dies kam dann in vielen Fällen ohnehin einem Todesurteil gleich!</p>
<p>Wissenschaftliche Ansätze zum Thema Scham und Schuld sehen diese Phänomene stark im Zusammenhang mit einem Konzept der Selbstkonstruktion und des sozialen Rollenkonzepts (u.a. auch im Zusammenhang mit einer Geschlechterrolle). In diesem Kontext wird das Ausmaß von individuellen Gefühlen von Scham und Schuld stark mit dem Erleben von Einschränkungen in prägenden Phasen in Zusammenhang mit einer zu entwickelnden Geschlechtsidentität gestellt.</p>
<h2 style="text-align: center;">Je stärker jemand in seiner/ihrer Geschlechterrolle auf bestimmte Denk-, Handlungs- und Gefühlsmuster beschränkt wird, desto stärker bilden diese später einen wesentlichen Teil der Persönlichkeit</h2>
<p>Unsere Persönlichkeit ist immer noch zu einem erheblichen Teil durch geschlechtsspezifische, meist unbewusste Rollenvorstellungen &#8211; von innen und außen &#8211; geprägt.</p>
<p><strong>So begegnet uns Schuld und Scham auch immer wieder in Form einer Angst vor Strafe und Sanktionen.</strong></p>
<p><img decoding="async" src="https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2024/02/Schuld-und-Scham-ist-immer-noch-Geschlechter-abhaengig.png" alt="" width="670" height="520" class="wp-image-16380 aligncenter" srcset="https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2024/02/Schuld-und-Scham-ist-immer-noch-Geschlechter-abhaengig.png 1716w, https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2024/02/Schuld-und-Scham-ist-immer-noch-Geschlechter-abhaengig-300x233.png 300w, https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2024/02/Schuld-und-Scham-ist-immer-noch-Geschlechter-abhaengig-768x596.png 768w, https://narz-mich-nicht.de/wp-content/uploads/2024/02/Schuld-und-Scham-ist-immer-noch-Geschlechter-abhaengig-1536x1192.png 1536w" sizes="(max-width: 670px) 100vw, 670px" /></p>
<p>Eine bestimmte Form von gesellschaftlicher Strafe war seinerzeit auch des Öffentlichmachen von „Verfehlungen“, etwas, das heute gerne in den Medien als „public shaming“ bezeichnet wird.</p>
<h2 style="text-align: center;">Was wir in früheren Jahrhunderten in Form eines „Anprangerns“ – eine frühe „nicht-digitale“ Form des public-shaming &#8211; kannten &#8211; wird jetzt im Netz mit weitaus größerer Reichweite praktiziert</h2>
<p>Der mittelalterliche Pranger galt zwar als eine vergleichsweise „leichte Strafe, die mit öffentlicher Diffamierung einherging. Die wirklich schweren Strafen reichten von vielfältigen Formen der Folter bis zur Todesstrafe, die z.B. in Deutschland und Österreich im „dritten Reich“ wieder eingeführt wurde.</p>
<p>Bei der Strafe am Pranger wurden die Opfer (Delinquentinnen) an einem sehr belebten öffentlichen Platz angebunden (meist mit metallener Kopf-Halsschlinge). Dort waren sie der Verspottung, Beschimpfung und selbst körperlichen Übergriffen durch die Bevölkerung ausgesetzt (Bespucken war wohl noch die freundlichste Art, den eigenen Abscheu zu zeigen). Soweit- so furchtbar, unmenschlich und grausam, aus unserer heutigen Sicht! Am Prinzip von gesellschaftlicher Rache in unterschiedlichen Formen bei scheinbar kleinen „Vergehen“ aus Sicht der gerade geltenden gesellschaftlichen Regeln/Normen/Gesetzen hat sich wenig geändert.</p>
<p><strong>Es gibt heute nicht mehr den sehr groben Pranger am Hauptplatz der Städte und Dörfer! Aber es gibt nach wie vor den psychisch-gesellschaftlichen Pranger in unserer Gesellschaft!</strong></p>
<p>Im Sinne (scheinbar) überkommener gesellschaftlicher Normen herrscht auch <strong><em>das ungeschriebene Gesetz, dass eine Frau für das Funktionieren einer Zweierbeziehung die Verantwortung tragen müsste</em></strong>. Und das sitzt noch sehr tief in den Köpfen – ob männlich, weiblich – und auch queer (wobei es hier schon etwas komplexer wird).</p>
<h2 style="text-align: center;"><strong>Schuld und Scham in Beziehungen und warum überhaupt schämen, wenn man möglicherweise „Opfer“ ist?</strong></h2>
<p>Vor einigen Jahrzehnten, als im Rahmen der 70er Jahre und der damit verbundenen gesellschaftlichen Neuerungen sich auch Familiengesetze erstmals zugunsten der (Ehe)Frauen änderten, wurde zugleich auch mit vielen bisherigen Tabus gebrochen. Das Thema Gewalt in der Ehe (in der Beziehung) wurde erstmals heftig öffentlich diskutiert. In größeren Städten entstanden erste Frauenhäuser als Zufluchtsorte aus Gewaltbeziehungen. In dieser Zeit lebte und arbeitete ich in einer kleinen und konservativen Stadt, wo aber auch (zumindest ausgehend von der dortigen Universität) der Ruf nach einer derartigen Einrichtung laut wurde. Die offizielle Reaktion der Politik: <em>&#8222;So etwas brauchen wir hier nicht – es gibt keinen Bedarf!!!&#8220;</em></p>
<p>Die Frauen, die Opfer von „häuslicher Gewalt waren“ (eine seltsame Bezeichnung, als ob das Haus jemanden blau geschlagen hätte) waren selten um Ausreden verlegen: „Ich bin gestürzt, ich habe mich am Türpfosten angeschlagen!“ Selbst Prellungen, bis hin zu Brüchen wurden mit allen möglichen Ursachenzuschreibungen vertuscht. Die „Schande“ für die Familie (für die Frau?) wäre zu groß gewesen. Schließlich musste man nach außen hin ja heile und glückliche Familie spielen!  Daher „kein Bedarf“.</p>
<h2 style="text-align: center;">Die wenigen Frauen, die es gewagt hatten, Misshandlungen anzuzeigen, begaben sich in die große Gefahr der öffentlichen Ächtung: Die Frau durfte ihren Ehemann doch nicht „anschwärzen“ – das schien das weitaus größere Verbrechen.</h2>
<p><strong>Weibliche Scham – ein antrainiertes Verhaltensmuster? Der Zwang gesellschaftlichen Normen zu entsprechen. Individuelle Lebenskonzepte wurden sanktioniert!</strong></p>
<p>Gesellschaftlicher Druck, in seiner brutalsten Form: Im hinduistischen Indien gab es bis hinein ins 20. Jahrhundert den Brauch der „Sati“, bei uns als Witwenverbrennung bekannt. Einmal abgesehen von der grundsätzlichen Grausamkeit dieses Rituals (wie wir es im Westen gerne empört „verteufeln“), hatte dieses Ritual nicht nur eine religiöse, sondern auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion in der strengen patriarchalen Hierarchie:</p>
<h2 style="text-align: center;">Eine Frau, die es „zulässt“, dass ihr Gatte stirbt (weil sie offenbar nicht gut genug für ihn gesorgt hatte), hat somit kein weiteres Existenzrecht</h2>
<p>Es ist besser, sie begleitet ihn ins Jenseits…. Das ist die Idee dahinter. Daher behaupten manche AutorInnen zu diesem Thema, es wäre für viele Frauen historisch gesehen wohl die für sie bessere Lösung gewesen, als unversorgt in Krankheit, Armut – verdammt zum Betteln, um zu überleben – den Rest ihrer Tage dahinzuvegetieren.</p>
<p>Einmal abgesehen davon, dass wir „Westler“ uns gerne der humanistischen Überlegenheit rühmen: In unseren Regionen sind ebenfalls viele tausende Menschen (ein Großteil davon Frauen) verurteilt von Kirche und Gesellschaft auf dem Scheiterhaufen umgekommen! <strong>Es liegt mir daher fern, im Glashaus sitzend mit Steinen zu werfen.</strong></p>
<p>Was aber war/ist die grundsätzliche Idee hinter der Sati: Eine Frau, deren Ehemann stirbt, hat kein Recht zu überleben; sie ist (wenn auch unausgesprochen) schuld an seinem Tod. Sitzt das nicht, wenngleich in etwas abgemilderter Form noch immer in manchen Köpfen fest?</p>
<h2 style="text-align: center;"><strong>Die Rolle von Schuld und Scham im narzisstischen Beziehungsgeflecht </strong></h2>
<p>Dieses jahrtausendealte Muster in den Köpfen (im Westen, wie auch in anderen Kulturen) „verpflichtet“ Frauen, die Verantwortung für das Wohlergehen des Mannes zu übernehmen. (Hinter jedem erfolgreichen Mann steht ein Frau, die ihm den Rücken freihält!!) Geht der Mann weg, scheitert die Beziehung, so liegt es an ihr! Vielleicht hat sie ihn nicht richtig behandelt, nicht gut genug dafür gesorgt, dass seine Bedürfnisse befriedigt werden!?</p>
<p>Will sie ihn verlassen, dann wird gedroht und erpresst und immer wieder das Schuld- und Scham-Muster bedient. Wobei hier auch oft das Prinzip des gesellschaftlichen Rufmords eingesetzt wird. Die oft extrem eloquenten und charmanten <em>Narzissten (und NarzisstInnen)</em> verstehen es hervorragend, sich selbst als Opfer zu inszenieren und den verlassenden Partner/die Partnerin als in vieler Hinsicht defizitär darzustellen. Ein Lieblingszitat in dem Zusammenhang: Meine Frau ist „psychisch krank“! Das kommt meist recht gut an. Das klingt nicht wirklich nach bösartiger und rachedurstiger Denunziation. Das soll aber auch heißen – ach, das arme Geschöpf. Sie braucht Hilfe und kann natürlich auch nicht allein für die Kinder sorgen!</p>
<p>Dieses noch immer tief verwurzelte Denken ist für ausgeprägte NarzisstInnen ein willkommenes Grundmuster, das ihnen erlaubt, all ihr eigenes Wohl und Wehe immer und ausschließlich an das Verhalten des Partners/der Partnerin zu knüpfen. Das Prinzip des „<em>Du bist schuld!“</em> kann hier ganz bequem bedient und immer wieder getriggert werden.</p>
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<h2 style="text-align: center;"><strong>Scham und Schuld in der Opfer-Täter-Umkehr</strong></h2>
<p>Betrachtet man nun aus dem vorher Beschriebenen, das Thema Schuld und Scham, so wird auch klar, wie leicht es durch bestimmte gesellschaftliche Bewertungen zu einer Täter-Opfer Umkehr kommen kann! Um dies wieder drastisch zu zeigen, sei hier noch einmal ein Beispiel aus Indien aufgezeigt:</p>
<p>Vergewaltigungen waren und sind in Indien nach wie vor in hoher Zahl an der Tagesordnung. Aber vor über zehn Jahren hat ein äußerst übler und extrem brutaler Fall die Gesellschaft schwer erschüttert. Er hat aufgezeigt, wie sehr allgemeine gesellschaftliche Bewertungen, die Täter zu dieser grausamen Tat bewogen haben. Der „Fall Choti“, eine grausamst brutale Gruppenvergewaltigung eines jungen Mädchens in einem Autobus (mit Todesfolge) brachte Millionen Demonstrierende auf die Straße. Sie forderten härtere Sanktionen für derartige Verbrechen, die oft nichtmal angezeigt worden waren (ein weiteres Phänomen, der schwer in den Griff zu bekommenden Korruption). In einer Dokumentation zu dem Fall Choti wurden die Täter interviewt, die offenbar überhaupt kein Unrechtsbewusstsein zeigten. Sie gaben dem Mädchen die Schuld, weil es abends (nicht einmal allein, sondern mit einem Freund/Studienkollegen) unterwegs war. Sie behaupteten, an dem Mädchen kein Verbrechen begangen zu haben, da dieses durch sein „schamloses Verhalten“ (abendliches Ausgehen) selbst schuld sei.</p>
<p><strong>Die unglaublichste Opfer-Täter-Umkehr aber zeigte der Anwalt der Beschuldigten, indem er behauptete, er würde seine Tochter eigenhändig töten, wenn sie dieses „Verbrechen“ des abendlichen Ausgehens begehen würde! Dabei schilderte er, wie er sie ermorden würde; nämlich indem er sie mit Benzin übergösse und eigenhändig anzündete!</strong></p>
<h2 style="text-align: center;">So viel zur traditionellen, gesellschaftlichen Geschlechter-Rolle und deren Macht in der Beurteilung von Schuld!</h2>
<p>Eine geschichtemachende Aufdeckung der Täter-Opfer-Umkehr ist von Golda Meir (der früheren israelischen Ministerpräsidentin) überliefert, die in den 1970er Jahren regierte: Als das Parlament vorschlug, man solle aufgrund vermehrter Gewalttaten an Frauen in den Abendstunden ab 21h ein Ausgehverbot für Frauen erlassen, antwortete sie klar: <strong><em>„Warum für Frauen?“</em></strong> – und deckte damit das Prinzip der Täter-Opfer-Umkehr auf!</p>
<h2>Solange aus gesellschaftlichen Normen heraus (und diese halten sich jahrzehntelang, auch wenn die gesetzliche Lage sich verändert) das Prinzip der Opfer-Täter-Umkehr die Gesellschaftsnorm widerspiegelt wirkt sich das auf Scham und Schuld aus.</h2>
<p><strong>Fazit: </strong>In narzisstisch geprägten Co-Abhängigkeits-Beziehungen werden daher gesellschaftlich festgefahrene Scham-Schuld-Muster immer wieder bedient! Solange diese Muster bei den jeweiligen PartnerInnen getriggert werden, bleiben meist beide in dieser unglücklichen Co-Abhängigkeit verstrickt.</p>
<p><strong>Erst eine bewusste und gezielte Auseinandersetzung mit den eigenen Scham-Schuld-Mustern könnte aus dieser Zwickmühle herausführen.</strong></p>
<p>Ihre Mag. Eva Nikolov-Bruckner (Psychologin)</p>
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<p>Zusammen mit <strong><span style="color: #ff6600;"><a href="https://narz-mich-nicht.de/regina-schrott" target="_blank" style="color: #ff6600;" rel="noopener">Regina Schrott</a></span></strong> (Gründerin von Narz mich nicht®) schrien Eva Nikolov-Bruckner &#8222;Narzissmus ist anstrengend&#8220;, das in unserem <strong><span style="color: #ff6600;"><a href="https://narz-mich-nicht.de/empathie-verlag" target="_blank" style="color: #ff6600;" rel="noopener">EMPATHIE Verlag</a></span></strong> erschienen ist.</p>
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